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Sommer 2017
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2017-06-27
Gilt bei bäuerlicher Nachbarschaftshilfe und Privatzimmervermietung Registrierkassenpflicht?
Bäuerliche Nachbarschaftshilfe, wie z. B. Mähdreschen, fällt nicht unter die Vollpauschalierung.

Im Falle der meist vorliegenden Vollpauschalierung bei Land- und Forstwirten (Umsätze übersteigen nicht € 400.000,00 und keine Optierung in der Umsatzsteuer auf Regelbesteuerung) besteht grundsätzlich keine Einzelaufzeichnungs-, Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht, sofern die Umsätze von der Vollpauschalierung umfasst sind.

Soweit der Gewinn aber in Abhängigkeit von den tatsächlichen Betriebseinnahmen zu ermitteln ist, gilt grundsätzlich Registrierkassenpflicht ab einem Jahresumsatz von € 15.000,00 je Betrieb, wenn zudem die Barumsätze dieses Betriebes € 7.500,00 überschreiten. Für diese Leistungen besteht Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht ab dem ersten Euro Barumsatz. Für die Berechnung der 15.000-Euro-Grenze für den gesamten Betrieb ist dabei eine Schätzung der vollpauschalierten Umsätze mit dem 1,5-Fachen des Einheitswertes zulässig. Laut Erlass des BMF sind für die Berechnung der Barumsatzgrenze von € 7.500,00 die nicht belegerteilungspflichtigen Barumsätze aus der Vollpauschalierung nicht zu berücksichtigen.

Bäuerliche Nachbarschaftshilfe, wie z. B. Mähdreschen, fällt nicht unter die Vollpauschalierung. Da sie als nicht vollpauschalierter Nebenerwerb eingestuft wird, unterliegt sie daher der Registrierkassenpflicht, wenn bei einem Jahresumsatz von über € 15.000,00 die Barumsätze des Betriebes € 7.500,00 übersteigen.

Ähnlich verhält es sich mit der privaten Zimmervermietung durch Land- und Forstwirte. Auch die Zimmervermietung mit Frühstück bis zehn Betten stellt Nebenerwerb dar, wobei die Betriebsausgaben mit 50 % der entsprechenden Betriebseinnahmen angesetzt werden können. Dies hat, sofern die Barumsätze dieses Betriebes € 7.500,00 im Jahr überschreiten, ebenfalls die Registrierkassenpflicht zur Folge.

Anderes gilt hingegen bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (z. B. kurzfristige Apartmentvermietung ohne Nebenleistungen, maximal fünf Apartments). Hier besteht nur Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht, aber keine Registrierkassenpflicht.

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Was ist bei elektronischen Rechnungen zu beachten?
Als Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gelten auch auf elektronischem Weg übermittelte Rechnungen, also solche, die in einem elektronischen Format ausgestellt und empfangen werden.

Als Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gelten auch auf elektronischem Weg übermittelte Rechnungen, also solche, die in einem elektronischen Format ausgestellt und empfangen werden.

Die elektronische Übermittlung ist möglich als:

  • E-Mail, E-Mail-Anhang oder Webdownload
  • elektronisches Format wie .txt, .doc, .pdf, .rtf
  • strukturiertes Dateiformat wie .xml
  • eingescannte Papierrechnung
  • Faxrechnung

Erfordernisse elektronischer Rechnungen

Neben den allgemeinen Rechnungsmerkmalen ist, damit die elektronische Rechnung als ordnungsgemäß gilt und der Vorsteuerabzug gewahrt bleibt, Folgendes erforderlich:

  1. Zustimmung des Rechnungsempfängers zur elektronischen Rechnung (stillschweigende Billigung ausreichend),
  2. Gewährleistung der Echtheit der Herkunft, der Unversehrtheit des Inhalts sowie der Lesbarkeit der Rechnung von Ausstellung bis Ende der Aufbewahrungsdauer. Leistungserbringer und Leistungsempfänger müssen dies für ihren Verfügungsbereich unabhängig voneinander gewährleisten. Dabei kann jeder Unternehmer selbst bestimmen, wie er dies macht.

Jedenfalls gewährleistet ist die Echtheit der Herkunft und Unversehrtheit des Inhalts durch:

  • innerbetriebliches Steuerungsverfahren (Kontrollverfahren), durch das ein sicherer Prüfpfad zwischen Rechnung und Leistung gewährleistet wird,
  • qualifizierte elektronische Signatur oder ein qualifiziertes elektronisches Siegel auf der Rechnung,
  • Übermittlung der Rechnung im elektronischen Datenaustausch (EDI) und
  • Rechnungsübermittlung an den Bund via Unternehmerserviceportal (USP) oder über PEPPOL.

Hinweis: Versenden Sie eine eingescannte Papierrechnung, so darf diese nur ausgefolgt werden, wenn darauf vermerkt ist, dass sie bereits elektronisch übermittelt wurde. Alle Duplikate sind als solche zu kennzeichnen, sonst wird die Umsatzsteuer mehrfach geschuldet!

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Steuern bei verpachteter Eigenjagd
Grundsätzlich zählen zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft auch Einkünfte aus Jagd.

Grundsätzlich zählen zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft auch Einkünfte aus Jagd, wenn sie mit dem Betrieb der Land- oder Forstwirtschaft im Zusammenhang stehen (z. B. Eigenjagd). Einkünfte aus einer gepachteten Jagd, wenn keine Verbindung mit Besitz oder Pacht einer Land- und Forstwirtschaft gegeben ist, sind jedoch nicht Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft.

Wird nun die Eigenjagd eines Land- und Forstwirtes verpachtet, so sind die Pachtzinsen aus Sicht der Einkommensteuer den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen und auch bei pauschalierter Einkommensermittlung gesondert anzusetzen.

In der Umsatzsteuer gilt, dass Umsätze aus einer Jagd (Wildabschüsse, Wildbret etc.) dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zuzurechnen sind, wenn die Jagd auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen des Betriebes oder im Zusammenhang mit diesem Betrieb erfolgt.

Für Umsätze aus der Verpachtung einer Eigenjagd gilt dies allerdings nicht. Diese Umsätze unterliegen nicht der Durchschnittssatzbesteuerung und sind mit einem Steuersatz von 20 % zu versteuern, außer die Kleinunternehmerbefreiung kann angewendet werden. Laut Umsatzsteuerrichtlinien zählen zum Pachtentgelt auch die weiterverrechneten Jagdbetriebskosten (z. B. Aufwendungen des Verpächters für Jagdpersonal, Futter und Jagdverwaltung) und der pauschale Ersatz von eventuellen Wildschäden.

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Welche Einnahmen sind nicht von Pauschalierungen erfasst?
Nachfolgend finden Sie Beispiele für land- und forstwirtschaftliche Einnahmen, die nicht von der Pauschalierung umfasst und daher immer steuerpflichtig sind

Nachfolgend finden Sie Beispiele für land- und forstwirtschaftliche Einnahmen, die nicht von der Pauschalierung umfasst und daher immer steuerpflichtig sind:

  • Aufgabe von Rechten:
    • Erlös für Verkauf/Verpachtung von Milch- und Rübenkontingenten bzw. der Zuckerquoten
    • Übertragung und freiwillige Abtretung von Zahlungsansprüchen der Betriebsprämien auf Grund der Direktzahlungsverordnung
    • Ablöse für ein Wegerecht
    • Entgelt für die Aufgabe des Pacht(Miet)rechtes
    • Aufgabe von Wasserbenutzungsrechten
  • Veräußerung von Anteilen an Agrargemeinschaften
  • Einräumung von Dienstbarkeiten: Entschädigung für Maststandorte, Führung eines Abwasserkanals etc.
  • Entschädigung für Ertragsausfälle und Wirtschaftserschwernisse, wenn sie das laufende Jahr betreffen und bei Vollpauschalierung ein Abschlag vom Einheitswert erfolgt ist.
  • Jagdpachterlöse (Einnahmen nicht Einkünfte), die für die Grundflächennutzung einer Eigen- oder Gemeindejagd bezahlt werden, sind als „Pachtzins“ gesondert anzusetzen.
  • Einkünfte aus Wildabschüssen (70 % steuerpflichtig, da 30 % als pauschale Betriebsausgaben ansetzbar)
  • Verpachtung von Fischereirechten
  • Verkauf von Fischereikarten, wenn pauschales Entgelt (nicht nach gefangenem Fisch)

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Was ist der Sanierungsscheck für Private 2017?
Die Antragstellung ist seit 3.3.2017 nur für natürliche Personen für ein Objekt möglich und muss vor Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen erfolgen.

Mit dem Sanierungsscheck 2017 kann für die thermische Sanierung eines mehr als 20 Jahre alten privaten Wohnobjektes (Einfamilienhaus, Reihenhaus, Wohneinheit eines Zweifamilienhauses) in Österreich eine Förderung zwischen € 3.000,00 und € 8.000,00 beantragt werden, wenn

  • eine umfassende Sanierung nach klimaaktivem bzw. gutem Standard oder
  • eine Teilsanierung, die zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs von mindestens 40 % führt, durchgeführt wird.

Zusätzlich werden besonders nachhaltige und vorbildliche Sanierungsprojekte als „Mustersanierungen“ mit einer erhöhten Förderung unterstützt. Maximal 30 % der förderungsfähigen Kosten können inklusive Zuschlag gefördert werden.

Was sind z. B. förderungsfähige Sanierungsmaßnahmen?

  • Dämmung der Außenwände
  • Dämmung der obersten Geschoßdecke bzw. des Daches
  • Dämmung der untersten Geschoßdecke bzw. des Kellerbodens
  • Sanierung bzw. Austausch der Fenster und Außentüren
  • nur bei Mustersanierungen: Umstellung des Heizungssystems auf Holzzentralheizung, Wärmepumpe, Nah-/Fernwärme, thermische Solaranlage

Zusätzlich werden auch Kosten für Planung (z. B. Energieausweis), Bauaufsicht und Baustellengemeinkosten als förderungsfähige Kosten anteilig anerkannt.

Achtung:

Die Antragstellung ist seit 3.3.2017 nur für natürliche Personen für ein Objekt möglich und muss vor Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen (Ausnahme: Planungsleistungen) erfolgen. Anträge können prinzipiell bis 31.12.2017 gestellt werden; jedoch wird nur solange gefördert, wie Budgetmittel vorhanden sind!

Der entsprechende Förderungsantrag muss rechtzeitig bei den beteiligten Bausparkassen eingebracht werden.

Tipp: Den Sanierungsscheck 2017 gibt es auch für den mehrgeschossigen Wohnbau (Eigentümer und Mieter von Wohnungen bei Sanierung des gesamten mehrgeschossigen Wohnbaus)!

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.umweltfoerderung.at/privatpersonen.html.

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Was sind die aktuellen Zuverdienstgrenzen für Studenten?
Ferialjobs im Sommer sind bei Studenten heiß begehrt.

Ferialjobs im Sommer sind bei Studenten heiß begehrt. Allerdings müssen hinsichtlich des Entgeltes gewisse Verdienstgrenzen beachtet werden, damit nicht der Anspruch auf eine etwaig zustehende Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag für das gesamte Jahr gekürzt wird oder ein Stipendium(teil) zurückgezahlt werden muss.

Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag

Ab dem 20. Lebensjahr dürfen österreichische Studenten pro Jahr bis zu € 10.000,00 verdienen, ohne eine etwaig zustehende Familienbeihilfe zu verlieren. Relevant für diese Grenze ist das zu versteuernde Einkommen: Bruttogehalt (ohne Sonderzahlungen) minus Sozialversicherungsbeiträge.

Nicht zum Einkommen zählen etwa: Waisenpensionen, Waisenversorgungsgenüsse, Lehrlingsentschädigungen, Einkommen vor oder nach der Zeit der Anspruchsberechtigung auf Familienbeihilfe, einkommensteuerfreie Bezüge (z. B. Sozialhilfe, Pflegegeld, Studienbeihilfe, Arbeitslosengeld, Kinderbetreuungsgeld).

Übersteigt das Jahreseinkommen die Grenze von € 10.000,00, so verringert sich die Familienbeihilfe um diesen Betrag.

Studienbeihilfe

Neben dem Bezug von Studienbeihilfe können € 10.000,00 dazuverdient werden, ohne dass es zu einer Kürzung der Beihilfe kommt. Dieser Betrag kann sich erhöhen, wenn Unterhalt für eigene Kinder geleistet wird (um mindestens € 2.988,00 je Kind).

Als Unselbständiger ist für die Zuverdienstgrenze das Gesamtjahreseinkommen wie folgt heranzuziehen: Bruttoeinkommen (inklusive Sonderzahlungen) plus Überstundenabgeltungen und Abfertigungen minus Sozialversicherungsbeiträge, Sonderausgaben- und Werbungskostenpauschale.

Laut Studienförderungsgesetz gelten neben den steuerpflichtigen Einkünften auch z. B. Renten oder Sozialtransfers wie Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Weiterbildungsgeld, Sozialhilfe, Notstandshilfe, Kindergeld, Pensionen (auch Waisenpension) und Auszahlungen aus Vorsorgekassen als Einkommen.

Wenn das Einkommen die Jahresgrenze überschreitet, erfolgt eine Kürzung bzw. Rückforderung der Studienbeihilfe.

Stand: 27. Juni 2017

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2017-06-27
Reklamationen als Chance?
Ein verärgerter Kunde gibt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, seine schlechten Erfahrungen im Kollegen- und Bekanntenkreis im Schnitt zehnmal weiter.

Kunden halten: Ein verärgerter Kunde gibt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, seine schlechten Erfahrungen im Kollegen- und Bekanntenkreis im Schnitt zehnmal weiter und beendet im schlechtesten Fall die Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen.

Günstigere Lösung: Eine positiv erledigte Reklamation jedoch kann eine Weiterempfehlung begründen. Zumindest können Sie dadurch optimalerweise einen Stammkunden halten. Denn es ist oft wesentlich aufwendiger, neue Kunden zu gewinnen als bestehende zu halten. Zudem gibt eine Reklamation die Chance, aktiv die Qualität der eigenen Produkte und Dienstleistungen zu verbessern und an der Beziehung zum Kunden zu arbeiten. Ersuchen Sie den Kunden um die Chance, ihm zeigen zu können, dass Sie die Reklamation zu seiner vollsten Zufriedenheit erledigen.

Was soll bei Reklamationen beachtet werden?

Das Allerwichtigste: Eine Reklamation will richtig angenommen und der Kunde gehört werden. Verständnis, Wertschätzung für die Rückmeldung und gegebenenfalls eine Entschuldigung helfen. Der Kunde ist und bleibt König, auch wenn das Kaufdatum für das Produkt oder die Dienstleistung in der Vergangenheit liegt. Bei ungerechtfertigten Reklamationen ist höflich, aber bestimmt auf die AGBs zu verweisen.

Rascher Lösungsvorschlag: Nicht die Erklärung, wer von den Mitarbeitern, Kollegen oder Zulieferern den Fehler gemacht hat, ist wichtig, sondern die angebotene Lösung interessiert. Positive Formulierungen wirken.

Stand: 27. Juni 2017

fruehling_2017
Frühling 2017
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2017-03-29
Inhalt der Registrierkassenbelege ab 1. April 2017
Schon seit 1.1.2016 besteht die generelle Belegerteilungspflicht für Unternehmer.

Schon seit 1.1.2016 besteht die generelle Belegerteilungspflicht für Unternehmer. Ab 1.4.2017 müssen die Registrierkassen mit einer Sicherheitseinrichtung verbunden sein. Dann gelten für Unternehmer mit Registrierkassenpflicht neue, zusätzliche Anforderungen an die Belege der Registrierkasse.

Schon bisher müssen Belege – auch die, die nicht von einer Registrierkasse ausgestellt werden, – folgende Daten enthalten:

  • eindeutige Bezeichnung des liefernden oder leistenden Unternehmens
  • fortlaufende Nummer, die zur Identifizierung des Geschäftsvorfalls einmalig vergeben wird
  • Tag der Belegausstellung
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände bzw. Art und Umfang der sonstigen Leistung
  • Betrag der Barzahlung

Ab 1.4.2017 müssen am Registrierkassenbeleg zusätzlich diese Daten abgedruckt sein:

  • Kassenidentifikationsnummer
  • Datum und Uhrzeit der Belegausstellung
  • Betrag der Barzahlung getrennt nach Steuersätzen
  • Inhalt des maschinenlesbaren Codes; Das kann ein QR-Code sein oder ein Link in maschinenlesbarer Form, z. B. als Barcode.

Belege für Trainings- oder Stornobuchungen müssen ausdrücklich als solche bezeichnet werden.

Vom Beleg ist eine Durchschrift oder im selben Arbeitsgang mit der Belegerstellung eine sonstige Zweitschrift anzufertigen und aufzubewahren. Die sonstige Zweitschrift kann auch eine elektronische Speicherung sein. Für die Durchschrift (sonstige Zweitschrift) oder die elektronische Speicherung gilt eine siebenjährige Aufbewahrungspflicht ab Schluss des Kalenderjahres, in dem der Beleg ausgestellt wurde.

Hinweis: Beachten Sie, dass dies nur die Anforderungen nach der Belegerteilungspflicht sind. Für Rechnungen nach dem Umsatzsteuergesetz gelten nach wie vor andere Anforderungen.

Stand: 29. März 2017

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2017-03-29
Was muss auf der Rechnung eines Landwirtes stehen?
Rechnungslegungspflicht eines ansonsten pauschalierten Landwirtes

Rechnungslegungspflicht eines ansonsten pauschalierten Landwirtes

Auch ein grundsätzlich nicht buchführungspflichtiger Landwirt kann dazu verpflichtet sein, eine ordnungsgemäße Rechnung auszustellen. Und zwar dann, wenn der Landwirt mit seinen Leistungen verbundene Umsätze an einen Unternehmer für dessen Unternehmen erbringt.

Ordnungsgemäße Rechnung

Ordnungsgemäß ist eine Rechnung, wenn sie die gesetzlich vorgeschriebenen Merkmale erfüllt.

Rechnungsmerkmale

  1. Name und Anschrift des liefernden/leistenden Unternehmers
  2. Name und Anschrift des empfangenden/abnehmenden Unternehmers
  3. bei Rechnungsbeträgen über brutto € 10.000,00: Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID) des Abnehmers der Lieferung oder Empfängers der sonstigen Leistung, wenn der Unternehmer im Inland einen Wohnsitz (Sitz), seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder eine Betriebsstätte hat und der Umsatz für das Unternehmen des Leistungsempfängers ausgeführt wird
  4. Die Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
  5. Tag der Lieferung oder sonstigen Leistung oder Zeitraum, über den sich die sonstige Leistung erstreckt
  6. Entgelt (Betrag ohne USt.) für die Lieferung oder sonstige Leistung
  7. anzuwendender Steuersatz
  8. bei einer Steuerbefreiung ein Hinweis, dass diese Lieferung oder sonstige Leistung steuerbefreit ist
  9. den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag in Euro oder zusätzlich zu einer anderen Währung in Euro oder Angabe der Methode zur zukünftigen Umrechnung in Euro
  10. Ausstellungsdatum
  11. eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung einmalig vergeben wird
  12. die dem leistenden Unternehmer (Landwirt) vom Finanzamt erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (sofern er eine solche für vorsteuerabzugsfähige Lieferungen oder sonstige Leistungen im Inland erhalten hat)
  13. Wenn Sie aufgrund der Anwendung der Durchschnittssatzbesteuerung keine UID-Nummer haben und an einen Unternehmer liefern, muss die Rechnung einen Hinweis darauf enthalten, dass die Durchschnittssatzbesteuerung gemäß § 22 UStG angewendet wird (beispielsweise „Durchschnittssteuersatz 13 %“).

Kleinbetragsrechnungen

Eine Sonderregelung gibt es grundsätzlich für Rechnungen bis € 400,00 inkl. Umsatzsteuer. Hier sind nicht alle Merkmale anzugeben. Die oben genannten Punkte 1., 4., 5., brutto Gesamtrechnungsbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung, 7., 10., reichen aus. Man bezeichnet sie als Kleinbetragsrechnungen.

Stand: 29. März 2017

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2017-03-29
Was ist bei der Veräußerung von Rebflächen zu beachten?
Rebflächen stellen ein vom Grund und Boden selbständiges Wirtschaftsgut dar.

Rebfläche als selbständiges Wirtschaftsgut

Rebflächen, oder wie vom Gesetzgeber benannt Rebanlagen, stellen ein vom Grund und Boden selbständiges Wirtschaftsgut dar.

Gesonderter Kaufpreis für die Rebanlage

Bei Veräußerung eines Weingartens ist daher für die Rebanlage grundsätzlich ein gesonderter Kaufpreis zu ermitteln.

Dieser Kaufpreis ist gesondert anzusetzen, da er von der Pauschalierung nicht erfasst ist.

Vorgangsweise

Laut Einkommensteuerrichtlinien ist der Gewinn des auf die Rebanlage entfallenden Gewinnes wie folgt zu ermitteln:

  • Ansatz für den Wert der Rebanlage: € 2,00/m² vom Veräußerungserlös;
    Den Gewinn der Veräußerung der Rebanlage errechnet man, indem man davon die Hälfte als geschätzten Buchwert in Abzug bringt. Somit ist € 1,00/m² als Gewinn aus der Veräußerung der Rebanlage anzusetzen.
  • Kein Veräußerungserlös für die Rebanlage kann angesetzt werden, wenn der Veräußerungserlös für den Weingarten nicht mehr als € 3,00/m² beträgt oder die Rebanlage älter als 25 Jahre ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass in diesem Fall der gesamte Veräußerungserlös nur für den Grund und Boden geleistet wird.
  • Beträgt der Veräußerungserlös zwischen € 3,00 und € 5,00/m², kann davon ausgegangen werden, dass der € 3,00/m² übersteigende Veräußerungserlös auf die Rebanlage entfällt; als Buchwert kann die Hälfte des auf die Rebanlage entfallenden Veräußerungserlöses angesetzt werden.

Tatsächliche Werte können nachgewiesen werden.

Beachten Sie, dass für Grund und Boden des Weingartens unter Umständen die ImmoESt zur Anwendung kommen kann.

Stand: 29. März 2017

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2017-03-29
Steuervorhaben der Regierung für 2017/2018
Im Arbeitsprogramm der Bundesregierung für 2017/2018 sind steuerlich relevante Vorhaben angeführt.

Im Arbeitsprogramm der Bundesregierung für 2017/2018 sind folgende steuerlich relevante Vorhaben angeführt:

Beschäftigungsbonus

Beginnend mit Juli 2017 soll Unternehmen für jeden zusätzlich geschaffenen Arbeitsplatz (Vollzeitäquivalent) in den nächsten drei Jahren 50 % der Lohnnebenkosten rückerstattet werden. Dabei sollen nur Beschäftigungsverhältnisse gefördert werden, wenn eine der folgenden Voraussetzungen zutrifft:

  • beim AMS als arbeitslos gemeldete Person
  • Abgänger einer österreichischen Bildungseinrichtung
  • Jobwechsler (war bereits in Österreich beschäftigt)
  • Beschäftigungsverhältnis auf Basis der Rot-Weiß-Rot-Karte

Die Voraussetzung muss im Zeitpunkt der Anmeldung des Arbeitnehmers bei der Sozialversicherung nachgewiesen werden. Doppelförderungen und Missbrauch sollen vermieden werden. Die Ausgestaltung der konkreten Förderrichtlinien bleibt abzuwarten.

Die Abwicklung soll über die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) erfolgen und die Förderungen sollen jährlich im Nachhinein ausbezahlt werden. Die Fördermaßnahme soll enden sobald der Rahmen von 2 Mrd. € (2018-2021) ausgeschöpft ist.

Vermeidung von Gewinnverschiebungen

Ausländische Konzerne im Onlinebereich, die zwar in Österreich tätig sind, aber aufgrund ihrer Struktur keine oder geringe Steuern in Österreich zahlen und Wertschöpfung aus Österreich abziehen, sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2018 effizienter besteuert werden.

Zusätzlich zu Maßnahmen auf internationaler Ebene werden auch nationale Maßnahmen gesetzt. So soll etwa die Werbeabgabe – aufkommensneutral – auf den Onlinebereich ausgeweitet und der Steuersatz damit bei gleichbleibendem Aufkommen gesenkt werden.

Teilweiser Ausgleich kalter Progression

Ab 2019 soll ein Teil der kalten Progression ausgeglichen werden, indem ab 5 % Inflation automatisch die ersten beiden Tarifstufen von € 11.000,00 und € 18.000,00 indexangepasst werden.

Erhöhung der Forschungsprämie

Die Forschungsprämie soll ab 2018 von derzeit 12 % auf 14 % erhöht werden.

Investitionszuwachsprämie für Großunternehmen

Statt der ursprünglich vorgesehenen, vorzeitigen Abschreibung für Großbetriebe wird die KMU-Investitionszuwachsprämie unter bestimmten Bedingungen auf Betriebe ab 250 Mitarbeitern ausgeweitet.

Halbierung der Flugabgabe

Ab 2018 soll die Flugabgabe halbiert werden.

Stand: 29. März 2017

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2017-03-29
Registrierkassen-Nachschau
Mit 1.4.2017 treten die letzten gesetzlichen Bestimmungen zur Registrierkasse in Kraft.

Mit 1.4.2017 treten die letzten gesetzlichen Bestimmungen zur Registrierkasse in Kraft. Dann müssen alle Vorbereitungen für den laufenden Betrieb mit Registrierkasse – wie Inbetriebnahme und Registrierung – erledigt sein.

Ab dann wird die Finanz ihre Nachschauen im Bereich der Registrierkassen erweitern.

Was kann die Finanz kontrollieren?

Das Gesetz erlaubt dem Finanzamt generell zum Zweck der Abgabenerhebung, Nachschau beim Unternehmen zu halten und in Bücher und Aufzeichnungen Einsicht zu nehmen. Im Zusammenhang mit der Registrierkasse interessiert die Finanz insbesondere,

  • ob die Registrierkassenpflicht selbst eingehalten wird oder Ausnahmen von Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht (z. B. „vereinfachte Losungsermittlung“) in Anspruch genommen werden,
  • ob die Belege für Barumsätze ordnungsgemäß erteilt werden (Belegerteilungspflicht) und ab 1.4.2017 – ob den Meldepflichten für die Registrierkassen und Sicherheitseinrichtungen per FinanzOnline nachgekommen wurde.

Wie wird voraussichtlich geprüft?

Bei einer Kassennachschau kann die Finanz vom Unternehmer die Erstellung eines Kontrollbelegs mit dem Betrag Null verlangen. Ab 1.4.2017 wird die Behörde anhand dieses Kontrollbelegs (Null-Beleg) mit einer Prüf-App (ähnlich der Belegcheck-App des Finanzministeriums) die Gültigkeit der Signatur gleich vor Ort überprüfen. Außerdem kann das Kontrollorgan den Beleg an sich nehmen und für spätere Kontrollen des Datenerfassungsprotokolls in Evidenz halten.

Zusätzlich kann das Kontrollorgan auch Einsicht in das Datenerfassungsprotokoll verlangen. Ab 1.4.2017 wird im Datenerfassungsprotokoll unter anderem überprüft, ob

  • die Signaturen gültig sind,
  • Start-, Monats- und Jahresbelege vorliegen,
  • die Belege miteinander verkettet sind und
  • der Umsatzzähler richtig funktioniert.

Das Kontrollorgan muss das Ergebnis der Kassennachschau niederschreiben. Der Unternehmer hat ein Recht auf eine Abschrift der Niederschrift.

Hinweis: Bei Unregelmäßigkeiten kann die Kassennachschau weitere Überprüfungen nach sich ziehen.

Stand: 29. März 2017

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2017-03-29
Die Empfehlung Ihrer Kunden ist Gold wert!
Egal wie viel Werbung oder Verkaufsengagement – persönliche Weiterempfehlungen haben die beste Erfolgsquote.

Kundenempfehlungen fördern

Fördern Sie Empfehlungen durch Ihre Kunden, denn diese Empfehlung wird bei Familie, Freunden und Bekannten viel besser aufgenommen als jede Werbung in einem Druck-, Internet- oder TV/Radiomedium. Sie werden sehen, zufriedene Kunden empfehlen Sie gerne weiter.

Wofür würden Sie sich entscheiden?

Für den Ferienhof mit der Internetbewertung: „Schmutzige Bettwäsche, Insekten im Ferienzimmer und Schimmel im Bad“ oder für den mit der Kritik „sauber und gepflegt, schöner Ausblick, freundliche Gastfamilie, absoluter Traumurlaub“? Die Entscheidung wird leicht fallen.

Die persönliche Empfehlung als bestes Marketing

Egal wie viel Werbung oder Verkaufsengagement – persönliche Weiterempfehlungen haben die beste Erfolgsquote. Sie wirken direkt und ehrlich, da in der Regel kein Eigennutzen hinter dieser Werbung steckt (außer Sie belohnen Ihre (Stamm)Kunden, etwa mit einem Empfehlungsrabatt). Das empfehlende Familienmitglied, der Freund oder Bekannte sind vertrauenswürdige Experten, da sie die Dienstleistung/das Produkt schon gekauft, getestet und genutzt haben. Gäbe es Kritik, würden sie diese wohl ungeschönt äußern.

Service ist entscheidend

Je mehr Kundenservice Sie anbieten, desto besser. Was der Kunde als guten Service wahrnimmt, ist vielfältig: komfortable Zimmer mit guter Aussicht, ein regional, frisch zubereitetes Frühstück, ein familienfreundliches Umfeld, Informationen über Region, Gastronomie-, Kunst-, Kulturangebote, Ausflugs- und Sportmöglichkeiten und ev. eine moderne Website zur Angebotsinfo.

Stand: 29. März 2017

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2017-03-29
Sozialversicherungswerte 2017 – Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB)
Beitragssätze für Betriebsführer je Monat

Beitragssätze für Betriebsführer je Monat

  Beitragssätze Mindesbeitragsgrundlage
Krankenversicherung 7,65 % € 785,65 / € 1.465,16
Betriebshilfebeitrag 0,40 % € 785,56
Unfallversicherung 1,90 % € 785,56
Pensionsversicherung
(Pflichtversicherung)
17 % € 425,70 / € 785,56 1)

1) Bei Beitragsgrundlagenoption. Zusätzlich 3 % Zusatzbeitrag der vorgeschriebenen Beiträge.

Höchstbeitragsgrundlage: € 5.810,00

Stand: 29. März 2017

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Winter 2016
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2016-12-28
Sicherheitseinrichtung für Registrierkassen jetzt in Betrieb nehmen!
Ab April 2017 wird es ernst. Die Registrierkassen-Sicherheitsverordnung gelangt zu ihrer vollen Anwendung.

Ab April 2017 wird es ernst. Die Registrierkassensicherheitsverordnung gelangt zu ihrer vollen Anwendung.

Ab 1.4.2017 muss die Registrierkasse mit einer Sicherheitseinrichtung verbunden sein. Diese Einrichtung kann eine sogenannte Signatur- oder Siegelerstellungseinheit sein. Sie „signiert“ jeden Beleg elektronisch. Auf den Belegen ist ein QR-Code (oder Link) aufzudrucken. Durch diese Signaturen auf den einzelnen Belegen sind alle Barumsätze in chronologischer Reihenfolge miteinander verknüpft. Manipulationen würden diese Verknüpfung stören bzw. unterbrechen.

Bis 31.3.2017 sind die bis dahin erworbenen Sicherheitseinrichtungen und Registrierkassen beim Finanzamt zu registrieren.

Für die Inbetriebnahme und Registrierung der Sicherheitseinrichtung gibt es seitens des Bundesministeriums für Finanzen einen „Fünf-Schritte-Plan“:

1. Erwerb

Eine Signaturkarte für Ihre Registrierkasse muss von einem zugelassenen Vertrauensdiensteanbieter oder dessen Registrierungsstelle erworben werden. Dies können auch Kassenhändler und -hersteller sein.

2. Initialisierung

Für Ihre bestehende Registrierkasse wird meist zumindest ein Software-Update erforderlich sein, welches auch eine Verbindung der Registrierkasse mit der Signaturkarte ermöglicht. Diese Verbindung ist jedenfalls durchzuführen. Alle bis zur Initialisierung der manipulationssicheren Registrierkasse aufgezeichneten Geschäftsfälle sollten vor der Initialisierung gesondert abgespeichert werden.

3. Startbelegerstellung

Um den Manipulationsschutz zu gewährleisten, ist nach der Initialisierung ein Startbeleg mit dem Betrag Null zu erstellen. Nun können Sie grundsätzlich mit Ihrer Registrierkasse schon in Betrieb gehen.

4. Registrierung

Bis spätestens 31.3.2017 sind Sicherheitseinheit und Registrierkasse(n) beim Finanzamt zu registrieren (bei Inbetriebnahme ab 1.4.2017 binnen einer Woche nach Startbelegerstellung). Je nach technischer Ausstattung des Systems ohne oder mit Internetzugang sind die notwendigen Daten entweder im FinanzOnline einzugeben oder können vom System direkt übermittelt werden.

5. Startbelegprüfung

Im Anschluss (spätestens bis 31.3.2017 oder binnen einer Woche nach Registrierung) muss kontrolliert werden, ob die Registrierung der Sicherheitseinheit und der Registrierkasse erfolgreich war.

Dafür empfiehlt sich die App des Ministeriums „BMF-Belegcheck“, die den QR-Code der Belege lesen kann. In die App ist einmalig der Authentifizierungscode aus der FinanzOnline-Registrierung einzugeben (ohne diesen Code sind die Daten des QR-Codes für z. B. andere Unternehmer nicht lesbar).

Laufender Betrieb

Wenn Sie Ihre Registrierkasse erfolgreich in Betrieb genommen haben, ist im laufenden Betrieb unter anderem Folgendes zu beachten:

Zum Monats- und Jahresende ist ein Kontrollbeleg mit dem Betrag Null zu erstellen. Der Jahresbeleg ist zusätzlich zum Dezember-Beleg auszustellen und mit der Belegcheck-App des BMF zu prüfen und aufzubewahren. Vierteljährlich ist ein Datenerfassungsprotokoll zu erstellen, auf einem externen Datenträger unveränderlich zu speichern und gemäß Bundesabgabenordnung mindestens sieben Jahre aufzubewahren.

Stand: 28. Dezember 2016

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2016-12-28
Umsatzsteuer beim Maschinenkauf im EU-Ausland?
Der umsatzsteuerpauschalierte Land- und Forstwirt muss bei inländischen Geschäften grundsätzlich keine Umsatzsteuer abführen (Durchschnittssatzbesteuerung).

Der umsatzsteuerpauschalierte Land- und Forstwirt muss bei inländischen Geschäften grundsätzlich keine Umsatzsteuer abführen (Durchschnittssatzbesteuerung).

Erwirbt der pauschalierte Landwirt eine Maschine aus einem anderen EU-Land, gelten von der Umsatzsteuerpauschalierung abweichende Regelungen.

Innergemeinschaftlicher Erwerb durch Abholung

Kauft ein pauschalierter Landwirt eine Maschine im EU-Ausland und holt sie selbst ab, gilt – genauso wie für Privatpersonen – das Ursprungslandprinzip. Er muss einfach mit dem Kaufpreis die ausländische Umsatzsteuer bezahlen und kann die Maschine ohne Weiteres nach Österreich einführen.

Das gilt, wenn die Erwerbsschwelle von € 11.000,00 im vorangegangenen Jahr nicht und im aktuellen Jahr noch nicht überschritten und auf die Erwerbsschwelle nicht verzichtet wurde (Achtung: Der Verzicht bindet den Erwerber für zwei Jahre). In diesen Fällen muss der Landwirt in Österreich Erwerbsteuer (= USt) abführen. Er hat über seinen innergemeinschaftlichen Erwerb Umsatzsteuervoranmeldung(en) (Formular U30) und die Umsatzsteuerjahreserklärung (Formular U1) vorzunehmen. Außerdem sollte er über eine UID-Nummer verfügen, damit der Verkäufer eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung durchführen kann.

Innergemeinschaftlicher Erwerb durch Versandhandel

Beim Versandhandel ist neben der Erwerbsschwelle zusätzlich noch eine weitere Schwelle zu beachten, damit es beim Ursprungslandprinzip bleibt.

Der Versender darf mit seinen Lieferungen nach Österreich im vorangegangenen und laufenden Jahr die Lieferschwelle von € 35.000,00 nicht überschreiten. Übersteigt er die Schwelle oder verzichtet auf diese, wird der ausländische Verkäufer in Österreich umsatzsteuerpflichtig.

In diesem Fall (Überschreitung der Lieferschwelle des liefernden Unternehmens und Landwirt unter der Erwerbsschwelle) trifft den Landwirt unter Umständen auch die Verpflichtung zur Einbehaltung und Abfuhr der Steuer bzw. die Haftung für diese.

Maschine oder Fahrzeug?

Für im EU-Ausland erworbene, neue Fahrzeuge im umsatzsteuerrechtlichen Sinn fällt die Erwerbsteuer grundsätzlich – ungeachtet von Schwellenwerten – im Bestimmungsland (Österreich) an.

Das wirft die Frage auf, Maschine oder Fahrzeug?

Die Umsatzsteuerrichtlinien verstehen unter Fahrzeugen nur bestimmte motorbetriebene Landfahrzeuge und Wasser- und Luftfahrzeuge zur Personen- und Güterbeförderung. Anhänger, selbstfahrende Arbeitsmaschinen und land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen (z. B. laut Bundesministerium für Finanzen auch Traktoren) sind keine Fahrzeuge, sondern Maschinen.

Stand: 28. Dezember 2016

e135698
2016-12-28
Betriebsübertragung – für welche Abgaben gibt es Befreiungen?
Das Neugründungs-Förderungsgesetz bietet auch für Betriebsübertragungen Begünstigungen.

Das Neugründungs-Förderungsgesetz bietet auch für Betriebsübertragungen Begünstigungen. Gefördert werden neben anderen ebenso land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

Förderungsvoraussetzungen bei Betriebsübertragung

Damit eine förderungswürdige Übertragung eines Betriebs vorliegt, muss es bei einem bereits vorhandenen Betrieb zum Wechsel der Person des Betriebsführers kommen. Die Übertragung kann entgeltlich oder unentgeltlich (z. B. Übergabe an Kinder) erfolgen. Zwecks Vermeidung von Missbrauch darf innerhalb von zwei Jahren nach Betriebsübertragung die Betriebsführung keine Person beherrschen, die sich zumindest in den letzten fünf Jahren in vergleichbarer Art beherrschend betrieblich betätigt hat.

Die Beurteilung, ob bisher eine vergleichbare Tätigkeit ausgeübt wurde, erfolgt nach der Systematik der Wirtschaftstätigkeiten ÖNACE, die auch die land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten klassifiziert. So liegt z. B. eine förderungswürdige Betriebsübertragung vor, wenn ein Landwirt, der Ackerbau betreibt, einen Weinbaubetrieb übernimmt, da Ackerbau und Weinbau nach ÖNACE keine vergleichbaren Tätigkeiten sind. 

Abgabenbefreiung

Solche Betriebsübertragungen fördert der Gesetzgeber durch Abgabenbefreiung. Sie sind befreit von

  • Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben, z. B. Zulassungsgebühr für Traktoren,
  • Grunderwerbsteuer für eine Bemessungsgrundlage bis € 75.000,00 (für den darüber hinausgehenden Wert muss Grunderwerbsteuer abgeführt werden) und
  • Gerichtsgebühren für Firmenbucheintragungen.

Hinweis: Die Begünstigungen fallen nachträglich weg, wenn der neue Betriebsinhaber innerhalb von fünf Jahren den Betrieb oder wesentliche Grundlagen davon entgeltlich oder unentgeltlich überträgt, betriebsfremden Zwecken zuführt oder den Betrieb aufgibt. Oder innerhalb von zwei Jahren die Betriebsbeherrschung einer Person übergibt, die sich in den letzten fünf Jahren in vergleichbarer Art beherrschend betrieblich betätigt hat.

Stand: 28. Dezember 2016

e135699
2016-12-28
Umsatzsteuer bei Verpachtung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen
Für den Pachtzins für landwirtschaftliche Maschinen ist die Regelbesteuerung zu verwenden.

Bei nicht buchführungspflichtigen Land- und Forstwirten, die die Umsatzsteuerpauschalierung in Anspruch nehmen, setzt die Finanz unaufgefordert die Vorsteuerbeträge gleich hoch wie die Umsatzsteuer fest, sodass die Umsatzsteuerschuld stets null ist. Das gilt für Einkünfte im Rahmen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.

Verpachtung eines gesamten Betriebs

Bei Verpachtung des gesamten land- und forstwirtschaftlichen Betriebs liegt überhaupt keine land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit mehr vor.

Deshalb kann auch die Umsatzsteuerpauschalierung für Land- und Forstwirte nicht (mehr) in Anspruch genommen werden.

Der eingenommene Pachtzins ist nach den allgemeinen Bestimmungen des Umsatzsteuergesetzes (UStG) zu versteuern.

Verpachtung einzelner land- und forstwirtschaftlicher Flächen

Das Gleiche gilt, wenn nur einzelne Teile des Betriebs verpachtet werden. Auch der Pachtzins für wesentliche, selbständig bewirtschaftbare Teile eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs (z. B. Ackerbau mit den dazugehörigen Maschinen und Gebäuden) oder für einzelne land- und forstwirtschaftliche Flächen ist keine Einnahme aus Land- und Forstwirtschaft und unterliegt daher den allgemeinen Umsatzsteuerbestimmungen. 

Wie ist zu versteuern?

Für die Verpachtung der Grundflächen und Gebäude gilt grundsätzlich die unechte Steuerbefreiung für Vermietung und Verpachtung von Grundstücken mit Optionsmöglichkeit.

Für den Pachtzins für landwirtschaftliche Maschinen ist die Regelbesteuerung zu verwenden. Auf jeden Fall sollte aber im Auge behalten werden, ob die Kleinunternehmerregelung zur Anwendung kommen kann.

Für die Überlassung von land- und forstwirtschaftlichen Grundflächen für Sport- und Freizeiteinrichtungen (z. B. Schipiste) oder Handymasten gibt es spezielle Regelungen.

Stand: 28. Dezember 2016

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2016-12-28
Kinderbetreuungsgeldkonto und Papamonat kommen!
Im Juni hat der Nationalrat eine Reform zum Kinderbetreuungsgeld beschlossen, die mit 1.3.2017 in Kraft tritt.

Im Juni hat der Nationalrat eine Reform zum Kinderbetreuungsgeld beschlossen, die mit 1.3.2017 in Kraft tritt. Im Wesentlichen kommen folgende Änderungen:

Flexibles Konto ersetzt Pauschalen

Die Pauschalvarianten, von denen die Eltern eine auswählen mussten, werden von einem flexiblen Kinderbetreuungsgeldkonto abgelöst. Nimmt nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch, wird dem Konto ein Betrag von knapp € 12.400,00 gutgeschrieben, und zwar für eine Dauer von 12 bis 28 Monaten. Innerhalb dieses Rahmens kann der Elternteil die tatsächliche Dauer frei wählen. Beanspruchen beide Eltern das Kinderbetreuungsgeld, gibt es einen Betrag von nicht ganz € 15.450,00 für 15 bis 35 Monate. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld wird es auch weiterhin geben.

€ 1.000,00 Partnerschaftsbonus

Teilen sich die Eltern das Kinderbetreuungsgeld und damit die Kinderbetreuung partnerschaftlich, d. h. im Verhältnis 50:50 oder zumindest 40:60, erhält jeder Elternteil einen Bonus von je € 500,00, also insgesamt € 1.000,00.

Familienzeitbonus

In einem eigenen Gesetz wird unter diesem Namen der Papamonat eingeführt. Dabei unterbricht der Vater für die Familienzeit innerhalb der ersten 91 Tage nach der Geburt seine Erwerbstätigkeit für einen Monat (genauer 28, 29, 30 oder 31 Tage). Nimmt der Vater die Familienzeit in Anspruch, bekommt er den Familienzeitbonus von maximal € 700,00. Anspruchsvoraussetzung ist unter anderem die vollversicherte Erwerbstätigkeit des Vaters ein halbes Jahr unmittelbar vor der Familienzeit. Gleichzeitig mit dem Kinderbetreuungsgeld kann der Vater den Familienzeitbonus aber nicht beziehen. In diesem Fall reduziert sich das Kinderbetreuungsgeld um den Betrag des Familienzeitbonus.

Ein Rechtsanspruch für unselbständig Tätige gegenüber dem Arbeitgeber auf Gewährung der Familienzeit ist nicht vorgesehen.

Kinderbetreuungsgeld und Familienzeitbonus stehen (wie bisher) Land- und Forstwirten grundsätzlich unter den gleichen Bedingungen zu wie selbständig und unselbständig Erwerbstätigen.

Stand: 28. Dezember 2016

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2016-12-28
Wie sind durchlaufende Posten in der Registrierkasse zu behandeln?
Ein aktueller Erlass des Finanzministeriums widmet sich u. a. dem Thema durchlaufende Posten in der Registrierkasse.

Ein aktueller Erlass des Finanzministeriums widmet sich u. a. dem Thema durchlaufende Posten in der Registrierkasse. Durchlaufende Posten sind Beträge, die der Unternehmer im Namen und auf Rechnung eines anderen einnimmt oder ausgibt (z. B. Ortstaxen bei Zimmervermietung). Das muss für den Kunden auch erkennbar sein.

Solche durchlaufenden Posten sind keine Bareinnahmen, deshalb müssen sie auch nicht in der Registrierkasse erfasst werden.

Werden sie freiwillig erfasst, hat der Beleg grundsätzlich den Anforderungen an Registrierkassenbelege zu entsprechen. Auf die elektronische Signatur kann aber verzichtet werden.

Wird ein durchlaufender Posten gemeinsam mit einem Barumsatz in der Registrierkasse eingegeben und ein gemeinsamer Beleg erstellt, muss der Beleg den Sicherheitsanforderungen entsprechen und auch mit einer Signatur versehen werden. 

Durchlaufende Posten liegen vor, wenn ein Landwirt in seinem Bauernladen Produkte anderer Landwirte verkauft, der Verkauf im Namen und auf Rechnung des jeweils anderen erfolgt und dies dem Käufer erkennbar ist. Solche Verkäufe können, müssen aber nicht in der Registrierkasse erfasst werden. Jedenfalls muss auf den ausgestellten Belegen ersichtlich sein, dass die Ware im Namen und auf Rechnung eines anderen verkauft wurde.

Stand: 28. Dezember 2016

herbst_2016
Herbst 2016
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2016-09-28
Was gibt es Neues bei der Registrierkassenpflicht?
Dieser Artikel informiert über ausgewählte Änderungen.

Der Nationalrat hat mit dem EU-Abgabenänderungsgesetz auch einige Änderungen zur Registrierkassenpflicht beschlossen. Dieser Artikel informiert über ausgewählte Änderungen.

Technische Sicherheitseinrichtungen

Die Registrierkassenpflicht ist seit 1.5.2016 in Kraft. Registrierkassen sind zudem mit technischen Sicherheitslösungen gegen Manipulation zu schützen. Diese Verpflichtung tritt nun erst mit 1.4.2017 in Kraft und nicht wie bisher geplant mit 1.1.2017.

Registrierkassenpflicht

Durch die Gesetzesänderung gilt, dass für Umsätze bis jeweils € 30.000,00 pro Jahr, die

  • außerhalb von festen Räumlichkeiten (z. B. von Haus zu Haus oder an öffentlichen Orten),
  • in unmittelbarem Zusammenhang mit Hütten (z. B. Alm-, Berg-, Schi- und Schutzhütten),
  • in einer Buschenschank, wenn der Betrieb an nicht mehr als 14 Tagen im Jahr geöffnet ist,
  • durch eine von einem gemeinnützigen Verein geführte Kantine, die nicht mehr als 52 Tage im Jahr betrieben wird,

ausgeführt werden, die vereinfachte Losungsermittlung angewandt werden kann (soweit über die Bareingänge keine Einzelaufzeichnungen geführt werden). Es besteht in diesen Fällen auch keine Registrierkassenpflicht und Belegerteilungspflicht.

Außerdem bezog sich die Umsatzgrenze von € 30.000,00 bisher auf den gesamten Betrieb. Nun gilt die Umsatzgrenze von € 30.000,00 isoliert betrachtet für jene Umsätze, die außerhalb von festen Räumlichkeiten, wie z. B. bei einem Stand am Bauernmarkt, erbracht werden. Dafür ist die vereinfachte Losungsermittlung möglich (und damit ist für diese Umsätze keine Registrierkassenpflicht gegeben).

Ein Erlass des BMF führt unter anderem folgende Beispiele für Umsätze im Freien an: Verkäufe im Freien (z. B. Christbäume), Verkäufe vom offenen Pritschenwagen (z. B. Obst und Gemüse), Verkäufe aus offenen Verkaufsbuden (Jahrmärkte, Christkindlmarkt). Wobei Umsätze im Freien, die aber in Verbindung mit einer fest umschlossenen Räumlichkeit getätigt werden, nicht unter die Erleichterung fallen und die Abgrenzung zwischen fest umschlossener Räumlichkeit und offener Verkaufsbude auch bei Verkaufsfahrzeugen maßgeblich ist.

Bei Vollpauschalierung fällt der Verkauf von Urprodukten im Freien nicht unter die Einzelaufzeichnungs-, Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht und ist auch nicht auf die € 30.000,00-Grenze für Umsätze im Freien anzurechnen.

Werden jedoch Urprodukte im Rahmen eines Almausschanks verkauft, sind diese Umsätze bei der Ermittlung der € 30.000,00-Grenze einzubeziehen. Hier kann aber die eigene Begünstigung von Hüttenumsätzen greifen.

Stand: 28. September 2016

e135703
2016-09-28
Sichern Sie sich Ihre Registrierkassenprämie!
Damit die Prämie auch wirklich zusteht, muss die Registrierkasse noch bis zum 31.03.2017 angeschafft werden.

Registrierkasse

Die Hauptaufgabe der neuen Registrierkasse ist es, die Aufzeichnungen des Umsatzes vor Manipulationen zu schützen. Für die nötige Sicherheit sorgt eine Signaturerstellungseinheit, die für jeden einzelnen Barumsatz eine unabänderliche Signatur vergibt. Mit einer solchen Einheit muss ab 1.4.2017 jede Registrierkasse verbunden sein.

Registrierkassenprämie

Um die finanzielle Belastung der Unternehmen für die Anschaffung einer Registrierkasse samt Sicherungssystem abzufedern, bietet das Finanzministerium eine einmalige Prämie an.

Die Prämie erhält, wer zwischen 1.3.2015 und 31.3.2017 eine Registrierkasse neu anschafft oder ein vorhandenes Kassensystem umrüstet.

Sie beträgt 

  • € 200,00 pro Kassensystem,
  • bei Kassensystemen mit mehreren Eingabestationen € 200,00 pro Kassensystem, jedoch höchstens € 30,00 pro Eingabestation.

Ob ein Kassensystem mit mehreren Eingabestationen oder mehrere einzelne Kassensysteme vorliegen, hat der Gesetzgeber von der Anzahl der Signaturerstellungseinheiten abhängig gemacht. Hat jede Kasse eine eigene Signaturerstellungseinheit, handelt es sich um mehrere Kassensysteme und es gibt pro Kassensystem € 200,00 Prämie, z. B. für drei Kassensysteme € 600,00.

Werden die Daten der einzelnen Kassen zentral auf einem signaturerstellendem Server gespeichert, liegt nur ein Kassensystem vor.

Im Fall einer zentralen Signaturerstellungseinheit und vier damit verbundenen Kassen beträgt die Prämie € 200,00, bei zehn damit verbundenen Kassen beträgt die Prämie € 300,00 (€ 30,00 für jede Kasse).

Hinweis: Damit die Prämie auch wirklich zusteht, muss die Registrierkasse noch bis zum 31.03.2017 angeschafft werden.

In der Steuererklärung beantragen!

Der Unternehmer muss die Prämie in der Steuererklärung (Formular E108c) für das Jahr, in dem die Umrüstung erfolgt ist, beantragen. Er kann die Prämie mit dem Formular E108c auch vorzeitig geltend machen.

Stand: 28. September 2016

e135704
2016-06-28
Wie können Aushilfskräfte ab 2017 steuerfreie Einkünfte erzielen?
Für den Arbeitgeber soll eine neue Regelung Erleichterung beim Finden von geeigneten Aushilfskräften bringen.

Auch bei der Beschäftigung von Aushilfskräften brachte das EU-Abgabenänderungsgesetz Neuerungen:

Mit einer neuen Regelung sollen Aushilfstätigkeiten für Arbeitnehmer, die einer anderweitigen vollversicherten und steuerpflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen, attraktiver gemacht werden.

Für den Arbeitgeber soll sie Erleichterung beim Finden von geeigneten Aushilfskräften bringen.

Nach der Gesetzesänderung sind geringfügige Einkünfte von Aushilfskräften in den Jahren 2017 bis 2019 steuerfrei, wenn

  • die Aushilfskraft in einer anderen Tätigkeit voll versichert ist,
  • die Beschäftigung zeitlich begrenzt dazu dient, Spitzen im Betrieb abzudecken oder den Ausfall einer Arbeitskraft zu ersetzen,
  • die Tätigkeit als Aushilfskraft nicht mehr als 18 Tage pro Jahr umfasst,
  • der Arbeitgeber an nicht mehr als 18 Tagen im Jahr steuerfreie Aushilfskräfte beschäftigt,
  • die Aushilfskraft nicht ohnedies bereits in einem Dienstverhältnis zum Arbeitgeber steht.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, so entstehen für den Arbeitgeber auch keine Lohnnebenkosten, wie z. B. in Form von Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag. Ein Lohnzettel muss allerdings übermittelt werden.

Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, so steht von Beginn an keine Begünstigung zu.

Stand: 28. September 2016

e135705
2016-09-28
Was ist das neue Kontenregister?
Bereits mit der Steuerreform 2015 wurde die Erstellung eines Kontenregisters beschlossen.

Bereits mit der Steuerreform 2015 wurde die Erstellung eines Kontenregisters beschlossen. Konkretisiert wurden die gesetzlichen Regelungen in einer Verordnung.

Kontenregister

Das Kontenregister ist ein Register des Bundesministeriums für Finanzen. Eingetragen werden Konten im Einlagen-, Giro-, Bauspar- und Depotgeschäft. Die Daten sind noch zehn Jahre nach dem Ablauf des Jahres der Auflösung des Kontos bzw. Depots aufzubewahren.

Kreditinstitute sind dazu verpflichtet, die Daten über die Konten elektronisch mittels FinanzOnline zu übermitteln.

Inhalt des Kontenregisters

Bei natürlichen Personen scheint im Kontenregister das bereichsspezifische Personenkennzeichen für Steuern und Abgaben auf. Wenn das nicht ermittelbar ist, werden folgende Daten angeführt:

  • Vor- und Zuname,
  • Geburtsdatum,
  • Adresse und
  • Ansässigkeitsstaat.

Von Rechtsträgern scheinen Stammzahl/Ordnungsbegriff des Unternehmens auf bzw., wenn das nicht ermittelbar ist:

  • Name,
  • Adresse und
  • Ansässigkeitsstaat.

Daneben umfasst das Register auch

  • gegenüber dem Kreditinstitut vertretungsbefugte Personen, wirtschaftliche Eigentümer und Treugeber,
  • Konto- bzw. Depotnummer,
  • Tag der Eröffnung und der Auflösung,
  • Bezeichnung des konto- bzw. depotführenden Kreditinstituts.

Das Register wurde mit 10.8.2016 in Betrieb genommen. Bis zum Ablauf des 30.9.2016 sind als Erstübermittlung der Datenstand zum 1.3.2015 und die Änderungen im Zeitraum 1.3.2015 bis 31. 7.2016 seitens der Kreditinstitute zu übermitteln.

Die Folgeübermittlungen erfolgen dann monatlich.

Auskünfte aus dem Kontenregister

Die Auskünfte aus dem Kontenregister erfolgen ab dem 5.10.2016 elektronisch.

Einsehen in das Kontenregister dürfen in bestimmten Fällen Staatsanwaltschaften, Strafgerichte, Finanzstrafbehörden, Abgabenbehörden und das Bundesfinanzgericht.

Allen FinanzOnline-Teilnehmern wird nur elektronisch mitgeteilt, welche sie betreffenden Daten im Kontenregister aufgenommen wurden.

Wird eine Kontenregistereinsicht von einer Behörde vorgenommen, ist der betroffene Steuerpflichtige über FinanzOnline zu informieren.

Stand: 28. September 2016

e135706
2016-09-28
Wann ist ein einheitlicher landwirtschaftlicher Betrieb gegeben?
Bei Mitunternehmerschaften stellt sich die Frage, ob ein Betrieb oder mehrere Betriebe vorliegen.

Die Größe des Einheitswerts des selbst bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Betriebes bestimmt unter anderem, ob die Vollpauschalierung laut Pauschalierungsverordnung angewendet werden kann. Nun gibt es auch in diesem Bereich Fragen der Abgrenzung, die aus Sicht der Finanzverwaltung in den Einkommensteuerrichtlinien wie folgt geregelt werden.

Ob nun die Einheitswertgrenzen überschritten werden, wird auf Basis des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes beurteilt. Bei Mitunternehmerschaften stellt sich daher die Frage, ob ein Betrieb oder mehrere Betriebe vorliegen.

Grundsätzlich ist von einem einheitlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb auszugehen, wenn alle Beteiligten zur Erreichung eines gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolges zusammenwirken.

Ein einheitlicher Betrieb ist insbesondere anzunehmen, wenn der Betrieb

  • auf nahe Angehörige aufgeteilt wird und
  • eine Verflechtung in der Nutzung von Produktionsmitteln und
  • im Vertrieb der erzeugten Produkte vorliegt.

Beispiele dafür sind, wenn

  • eine gemeinsame Betriebsstätte bewirtschaftet wird,
  • am Markt einheitlich aufgetreten wird (Abnehmer sollte klar wissen, von wem er kauft),
  • überwiegend Maschinen und Geräte gemeinschaftlich genutzt werden,
  • Wirtschaftsgebäude und Flächen nicht klar abgegrenzt sind,
  • Belege nicht exakt zugeordnet werden können,
  • Verträge und Behördenmeldungen nicht exakt zugeordnet werden können.

Dabei ist immer auf das Gesamtbild der Verhältnisse abzustellen.

Laut Einkommensteuerrichtlinien ist aber ein Indiz für zwei getrennte Betriebe, wenn z. B. konventionelle Bewirtschaftung und biologische Bewirtschaftung eindeutig getrennt vorliegen. Hier kommen unterschiedliche Produktionsmethoden zum Einsatz und es sind unterschiedliche Anforderungen gegeben.

Stand: 28. September 2016

e135707
2016-09-28
Pensionskonto NEU bis 31.12.2016 prüfen!
Die Versicherten haben mittlerweile die Kontoerstgutschrift erhalten.

Das neue Pensionskonto sollte für alle ab 1.1.1955 Geborenen bereits feststehen. Die Versicherten haben mittlerweile die Kontoerstgutschrift erhalten.

In der Kontoerstgutschrift sind alle Versicherungszeiten bis 31.12.2013 berücksichtigt. Danach erworbene Beitragszeiten werden zusätzlich auf dem Pensionskonto gutgeschrieben.

Ist meine Kontoerstgutschrift richtig?

Die Versicherten sollten bis spätestens 31.12.2016 ihre Pensionskonten einsehen und prüfen, ob alle bzw. die richtigen Versicherungszeiten der Kontoerstgutschrift zugrunde liegen. Dies aus mehreren Gründen: 

  • Die Berechnung der Kontoerstgutschrift (Versicherungszeiten bis 31.12.2013) ist mit 31.12.2016 abgeschlossen. Nach diesem Datum können Änderungen der bis Ende 2013 erworbenen Versicherungszeiten nur mehr mittels modifizierter Nachberechnung berücksichtigt werden. Die Nachmeldung von in der Erstgutschrift fehlenden Versicherungszeiten sollte deshalb noch heuer erfolgen.
  • Die Kontoerstgutschrift ist kein Bescheid, sondern reine Information. Ein Bescheid wird nur über Antrag ausgestellt. Für die Antragstellung läuft die Frist mit 31.12.2016 ab. Einen Bescheid benötigt der Versicherte, wenn er mit der Kontoerstgutschrift nicht einverstanden ist und sie bekämpfen will. Das kann er mit Widerspruch gegen den Bescheid.
  • Welchem Elternteil die Kindererziehungszeiten in der Kontoerstgutschrift zugerechnet werden, kann nur mehr bis 31.12.2016 geändert werden.

Es kann sich daher auszahlen, nochmals einen Blick auf sein Pensionskonto NEU zu werfen.

Stand: 28. September 2016

e135708
2016-09-28
Welche Einheitswerte sind ab 2017 Basis für die Sozialversicherung?
Der Einheitswert ist für viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe die Basis für die Ableitung der Beitragsgrundlage.

Der Einheitswert ist für viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe die Basis für die Ableitung der Beitragsgrundlage. Die Einheitswerte wurden im Zuge der Hauptfeststellung 2014 neu festgestellt und ein Großteil der Hauptfeststellungsbescheide ist bereits zugestellt worden. Diese neuen Einheitswerte sind nun für die Sozialversicherung ab 1.1.2017 relevant.

Die Sozialversicherung der Bauern ist an den von der Finanz per Bescheid festgestellten Wert gebunden. Ist dieser Bescheid einmal rechtskräftig, so gelten diese Werte auch zwingend für die Sozialversicherung. Nachträgliche Änderungen des Einheitswertes haben ihre Wirksamkeit für die Sozialversicherung erst mit dem auf die Zustellung des Bescheides folgenden Quartal.

Welche Auswirkung hat nun der neue Einheitswert konkret im Jahr 2017?

Auf der Homepage der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (www.svb.at) finden Sie auch einen Beitragsrechner, mit dem Sie als Orientierungshilfe unverbindlich die Beiträge durch Eingabe der neuen Einheitswerte berechnen können.

Stand: 28. September 2016

sommer_2016
Sommer 2016
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2016-06-29
Müssen Umsätze außerhalb des Betriebs in der Registrierkasse erfasst werden?
Die Registrierkassenpflicht gilt grundsätzlich für Betriebe mit einem Jahresumsatz von über € 15.000,00, sofern die Barumsätze € 7.500,00 im Jahr übersteigen.

Die Registrierkassenpflicht gilt grundsätzlich für Betriebe mit einem Jahresumsatz von

  • über € 15.000,00, sofern
  • die Barumsätze € 7.500,00 im Jahr übersteigen.

Vollpauschalierte Landwirte, die nur Urprodukte, wie z. B. Milch oder Eier verkaufen, müssen keine Tageslosung ermitteln – daher besteht auch keine Registrierkassenpflicht. Davon betroffen sein können allerdings z. B. Winzer und Direktvermarkter von be- und verarbeiteten Produkten.

Wenn die obigen Grenzen überschritten werden, gilt jedenfalls für alle nicht vollpauschalierten Land- und Forstwirte die Registrierkassenpflicht, wie z. B. für Landwirte mit Buchführung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und Teilpauschalierung.

Ausnahme für Umsätze im Freien

Ausnahmen gibt es unter anderem für Umsätze, die im Freien getätigt werden, das sind alle Umsätze, die von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten (nicht in Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten) ausgeführt werden, z. B. ein offener Verkaufsstand am Bauernmarkt. Hier kann die vereinfachte Losungsermittlung (Kassasturz) in Anspruch genommen werden, wenn die Umsatzgrenze von € 30.000,00 (Jahresumsatz je Betrieb) nicht überschritten wird. Wird diese Grenze überschritten, gilt für die Umsätze neben der Registrierkassen- auch die Belegerteilungs- und die Einzelaufzeichnungspflicht.

Änderung geplant: Für Schi-, Alm-, Berg- und auch Schutzhütten besteht keine Registrierkassenpflicht, wenn der Umsatz von € 30.000,00 nicht überschritten wird (Änderung noch nicht beschlossen).

Ausnahme für „mobile“ Umsätze

Besteht grundsätzlich nach der Bundesabgabenordnung die Verpflichtung zur Führung von Registrierkassen, dürfen „mobile“ Umsätze nach der Rückkehr an den Betriebsort erfasst werden (ohne unnötigen Aufschub). Ein „mobiler“ Umsatz liegt z. B. vor, wenn Waren ausgeliefert werden.

Hinweis: Ab 1.1.2017 (diese Maßnahme soll voraussichtlich auf 1.4.2017 verschoben werden) ist die Registrierkasse mit technischen Sicherheitslösungen gegen Manipulation zu schützen. Bei der Anschaffung einer Kasse sollte daher darauf geachtet werden, dass sie alle diese Bestimmungen erfüllt bzw. gegebenenfalls später nachgerüstet wird.

Stand: 29. Juni 2016

e135710
2016-06-29
Bäuerliche Betriebsübergaben im Familienverband
Bei bäuerlichen Betriebsübergaben sind aus steuerlicher Sicht viele Themenbereiche zu berücksichtigten.

Bei bäuerlichen Betriebsübergaben sind aus steuerlicher Sicht viele Themenbereiche zu berücksichtigten. Dieser Artikel behandelt nur einen ausgewählten Themenbereich.

Zu beachten sind z. B. auch die Regelungen in der Umsatz- und Einkommensteuer sowie in der Sozialversicherung.

Selbst wenn der Betrieb nur innerhalb der Familie weitergegeben wird, sollte ein schriftlicher Vertrag errichtet werden.

Hinweis: Dieses Thema ist sehr umfangreich. Wenn Sie das Thema interessiert, ist ein persönliches Beratungsgespräch unbedingt erforderlich.

Schenkungsmeldegesetz

In Österreich besteht für Schenkungen grundsätzlich Meldepflicht. Eine reine Grundstücksschenkung muss nicht gemeldet werden. Wird der gesamte Betrieb inklusive Grundstücke, Bauernhof, Tiere und Geräte übergeben, besteht Meldepflicht, wenn gewisse Grenzen überschritten werden.

Grunderwerbsteuer

Unentgeltliche Erwerbe von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben im Familienverband sind unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einem Einheitswert von € 365.000,00 von der Grunderwerbsteuer befreit, wenn

  • der Erwerber eine natürliche Person ist und
  • der Übergeber bei einer Zuwendung unter Lebenden das 55. Lebensjahr vollendet hat oder wegen körperlicher oder geistiger Behinderung erwerbsunfähig ist.

Der Freibetrag steht allerdings auch dann zu, wenn bei einem Erwerb innerhalb des Familienverbandes die Gegenleistung den einfachen Einheitswert des übertragenden Betriebs nicht übersteigt.

Neugründungsförderungsgesetz

Unter gewissen Voraussetzungen gibt es nach dem NeuFöG auch einen Grunderwerbsteuer-Freibetrag von € 75.000,00. Wenn die Voraussetzungen für beide Freibeträge erfüllt sind, kommen beide nebeneinander zur Anwendung.

Hinweis: Weitere Begünstigungen sind z. B. Befreiung von Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben.

Stand: 29. Juni 2016

e135711
2016-06-29
Was ist bei Kapitalerträgen zu beachten?
Seit 1.1.2016 unterliegen Einkünfte aus Kapitalvermögen im Sinne des Einkommensteuergesetzes grundsätzlich dem Steuersatz von 27,5 %.

Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen

Seit 1.1.2016 unterliegen Einkünfte aus Kapitalvermögen im Sinne des Einkommensteuergesetzes grundsätzlich dem Steuersatz von 27,5 %.

Davon ausgenommen sind nur Einkünfte aus

  • Geldeinlagen und
  • nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten, insbesondere Zinsen aus Girokonten und Sparbüchern.

Sie werden wie in der Vergangenheit weiterhin mit 25 % Kapitalertragsteuer besteuert.

Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge aus Investmentfonds werden immer mit 27,5 % besteuert, auch wenn darin Einkünfte aus Geldeinlagen enthalten sind.

Mit 27,5 % werden nun auch Ausschüttungen aus Genossenschafts- und Agrargemeinschaftsanteilen, die zum land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen gehören, besteuert.

Kapitaleinkünfte, die mit der Kapitalertragsteuer endbesteuert sind (d. h. die Einkommensteuer ist mit der Kapitalertragsteuer abgegolten), müssen nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Es ist allerdings möglich, für diese Einkünfte die Regelbesteuerung zu beantragen. Dann werden die Kapitalerträge mit dem jeweilig anzuwendenden Einkommensteuertarif besteuert. Das kann bei geringem bzw. negativem Einkommen vorteilhaft sein.

Behandlung der Verluste aus Einkünften aus Kapitalvermögen

Verluste im außerbetrieblichen Bereich

Die unterschiedlichen Steuersätze (25 % oder 27,5 %) stehen einem Verlustausgleich nicht entgegen. Es gelten allerdings Verlustausgleichsbeschränkungen (wie z. B. Verluste aus Fremdwährungsbankeinlagen mit Sparbuchzinsen). Jene Kapitalerträge, die nach dem Einkommensteuertarif besteuert werden, dürfen nicht mit Kapitalerträgen ausgeglichen werden, die mit einem der besonderen Steuersätze besteuert werden.

Stand: 29. Juni 2016

e135712
2016-06-29
Handwerkerbonus: Holen Sie sich Ihr Geld zurück!
Der Handwerkerbonus wurde verlängert.

Der Handwerkerbonus wurde verlängert. Er gilt für alle Handwerksleistungen, die die ab dem 1.6.2016 bis zum 31.12.2017 erbracht werden, bis die maximal Fördersumme von € 40 Mio. erreicht ist.

Wenn Sie den Handwerkerbonus beantragen, erhalten Sie nach Umbauarbeiten, wie z. B. Austausch der Fenster oder Böden, 20 % der Kosten der Handwerksleistung (max. € 600,00) wieder zurück.

Neu: Auch bei Barzahlung!

Der Handwerkerbonus gilt nun grundsätzlich auch, wenn die Handwerksleistung bar gezahlt wird. Ein Nachweis, dass das Entgelt auf das Konto des Leistungsempfängers eingegangen ist, ist nicht mehr unbedingt erforderlich. Als Nachweis ist auch ein Zahlungsbeleg, der der Belegerteilungspflicht entspricht, ausreichend.

Höhe des Handwerkerbonus

Der Zuschuss beträgt grundsätzlich 20 % der förderbaren Kosten pro Förderungswerber und Jahr – jedoch maximal € 3.000,00 (exkl. Umsatzsteuer) Bemessungsgrundlage. Es ist nur ein Antrag pro Jahr möglich.

Das Ansuchen können nur natürliche Personen für eigene Wohnzwecke stellen. Auch Mieter können die Förderung beantragen, wenn sie anteilige Kosten zu tragen haben.

Geförderte Maßnahmen

Gefördert werden Renovierungen, der Erhalt und die Modernisierung von bestehendem Wohnraum im Inland, z. B. Malerarbeiten oder Elektro- und Wasserinstallationen. Die Arbeiten müssen von Unternehmen erbracht werden, die zur Ausübung von reglementierten Gewerben befugt sind. Eine Förderung gibt es nur für die Arbeitsleistung (inkl. Fahrtkosten), nicht für die Materialkosten. Daher muss die reine Arbeitsleistung auf der Rechnung ausgewiesen werden.

Keine Förderung

Nicht unter die Förderung fallen z. B. Neubauten und Erweiterung von Wohnraum sowie Modernisierung und Renovierung von Gebäudeteilen, wenn sie nicht dem Wohnen dienen (z. B. auch Bau einer Garage oder eines Pools).

Stand: 29. Juni 2016

e135713
2016-06-29
Umsatzsteuer bei der Vermietung landwirtschaftlicher Grundstücke bzw. Dienstbarkeiten
Wenn die Umsätze von nicht buchführungspflichtigen Unternehmern, die im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgeführt werden, nicht über € 400.000,00 liegen, kann die Steuer in Form von Durchschnittssätzen ermittelt werden.

Wenn die Umsätze von nicht buchführungspflichtigen Unternehmern, die im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgeführt werden, nicht über € 400.000,00 liegen, kann die Steuer in Form von Durchschnittssätzen ermittelt werden. Allerdings fallen nicht alle Umsätze des Land- und Forstwirts unter die Durchschnittsatzbesteuerung.

Allgemeine Regelung zur Vermietung im Umsatzsteuergesetz

Die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken (dazu zählen auch Gebäude und fest verbundene Einrichtungen) ist grundsätzlich unecht von der Umsatzsteuer befreit. Unecht befreit heißt, dass keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen ist, aber auch keine Vorsteuer abgezogen werden darf.

Nicht befreit ist allerdings die Vermietung von Grundstücken für Wohnzwecke (Steuersatz 10 %) und die Vermietung von eingerichteten Zimmern zu Beherbergungszwecken (Steuersatz 13 %). Andere Vermietungen, wie z. B. die Vermietung von Maschinen und anderen Betriebsvorrichtungen und Betriebsmitteln, unterliegen dem Normalsteuersatz von 20 %.

Spezielle Fälle bei landwirtschaftlichen Grundstücken

Vermietung von Grundstücken für Schipisten

Eine Vermietung von Grundstücken ist nur gegeben, wenn der Vermieter dem Mieter das Recht überträgt, ein Grundstück so in Besetz zu nehmen, als ob er dessen Eigentümer wäre.

Die Vermietung von Grundstücken zur Nutzung für z. B. Schipisten, Lifttrassen oder Langlaufloipen fällt nicht unter die Vermietung von Grundstücken, sondern unter eine Dienstbarkeit.

Es liegen grundsätzlich keine Umsätze im Rahmen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs vor, außer sie sind als reine land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit zu beurteilen.

Diese Umsätze unterliegen der Regelbesteuerung mit dem Normalsteuersatz von 20 % (aufgrund der Kleinunternehmerregelung können bei Gesamtumsätzen bis € 30.000,00 netto jährlich die Umsätze steuerfrei behandelt werden).

Hinweis: Bei einem Gesamtbetrag von € 2.000,00 jährlich pro Leistungsempfänger wird laut Umsatzsteuerrichtlinien von einer Besteuerung Abstand genommen, wenn keine Umsatzsteuer in der Rechnung ausgewiesen wird.

Aufstellen eines Handymastes

Wird ein Grundstück jemand anderem überlassen, der einen Handymast aufstellt, liegt grundsätzlich Vermietung und Verpachtung vor. Diese Vermietung ist daher von der Umsatzsteuer unecht befreit.

Errichtung von ober- und unterirdischen Versorgungsleitungen

Abgeltungen bzw. Servitutsentgelte aufgrund der Errichtung von ober- und unterirdischen Versorgungsleitungen (z. B. Erdöl-, Erdgas-, Wärme- bzw. Abwasserleitungen) zählen bei pauschalierten Land- und Forstwirten zur Durchschnittssatzbesteuerung.

Durchführung von seismischen Messungen

Land- und Forstwirte, die Abgeltungen erhalten, weil sie die Durchführung von seismischen Messungen zum Auffinden von Bodenschätzen dulden, müssen diese Entgelte nicht in die Pauschalbesteuerung miteinbeziehen. Aus verwaltungsökonomischen Gründen kann laut Umsatzsteuerrichtlinien von der Besteuerung Abstand genommen werden. Das gilt unabhängig von der Betragshöhe, insofern keine Rechnungen bzw. Gutschriften ausgestellt werden, die den Empfänger der Leistungen zu einem Vorsteuerabzug berechtigen würden.

Stand: 29. Juni 2016

e135714
2016-06-29
Ist der Betreiber einer Photovoltaik-Anlage ein Unternehmer?
Das Bundesfinanzgericht hatte zu entscheiden, ob es sich beim Betreiben einer Photovoltaikanlage eines Landwirts um eine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des Umsatzsteuergesetzes handelt.

Das Bundesfinanzgericht (BFG) hatte zu entscheiden, ob es sich beim Betreiben einer Photovoltaikanlage eines Landwirts um eine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des Umsatzsteuergesetzes handelt.

Finanzamt anerkannte die Vorsteuer nicht

Der Landwirt gab den Betrieb einer Photovoltaikanlage bekannt und reichte noch am selben Tag den Verzicht auf die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer ein. Somit konnte sich der Landwirt die Vorsteuer zurückholen und hatte eine Abgabengutschrift aus der Umsatzsteuervoranmeldung. Vom Finanzamt wurde die Umsatzsteuer allerdings mit null festgesetzt. Die Begründung dafür war, dass es laut Finanzamt kein Unternehmen zur Stromerzeugung war. Das Finanzamt rechnete die Photovoltaikanlage dem landwirtschaftlichen Betrieb zu.

Im konkreten Fall wird der gesamte produzierte Strom verkauft. Der Landwirt ist daher ein sogenannter Volleinspeiser. Der für den Privatbereich und die Land- und Forstwirtschaft benötigte Strom wird aus dem Netz der Energie AG zugekauft.

Entscheidung des Bundesfinanzgerichts

Für das Bundesfinanzgericht war die unternehmerische Tätigkeit gegeben, deshalb stand dem Landwirt auch das Recht auf einen Vorsteuerabzug zu. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt und den produzierten Strom regelmäßig entgeltlich in das Netz einspeist, gilt im Sinne des Umsatzsteuergesetzes als Unternehmer. Ihm steht daher auch der Vorsteuerabzug aus der Anschaffung der Anlage zu. In dem Zeitraum, auf den sich die Berufung bezieht, wurde noch kein Strom geliefert bzw. verrechnet, weil die Anlage erst 20 Tage vor Jahresende in Betrieb genommen wurde. In den folgenden Jahren wurde aber tatsächlich Strom geliefert, daher ist Nachhaltigkeit gegeben.

Laut Bundesfinanzgericht liegt in diesem Fall daher auch kein land- und forstwirtschaftlicher Nebenbetrieb vor, wie vom Finanzamt angenommen.

Stand: 29. Juni 2016

fruehling_2016
Frühling 2016
e135715
2016-03-29
Wann handelt es sich im steuerlichen Sinn um eine bäuerliche Nachbarschaftshilfe?
Unterordnung einer Tätigkeit zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb

Unterordnung einer Tätigkeit zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb

Ein land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb liegt nach dem Steuerrecht dann vor, wenn die Tätigkeit zum Hauptbetrieb

  • in einem untergeordneten Verhältnis und
  • in einem engen Zusammenhang mit der Haupttätigkeit steht.

Wenn dies gegeben ist, ist die gesamte Tätigkeit des Land- und Forstwirts als land- und forstwirtschaftlich anzusehen.

Nebentätigkeiten können z. B. Holzakkord, Fuhrwerksleistungen oder Winterdienst sein.

Bäuerliche Nachbarschaftshilfe

Die bäuerliche Nachbarschaftshilfe gilt grundsätzlich als dem Hauptbetrieb untergeordnet. Eine wesentliche Voraussetzung für diese besondere Form der Tätigkeit ist der Leistungsaustausch zwischen land- und forstwirtschaftlichen Unternehmern, z. B. Dienstleistungen bzw. Vermietungen im Zusammenhang mit land- und forstwirtschaftlichen Betriebsmitteln.

Wirtschaftliche Unterordnung bis zur Grenze von € 33.000,00

Seit Jahresbeginn liegt eine wirtschaftliche Unterordnung zum Hauptbetrieb nur mehr vor, wenn die Einnahmen aus der Zusammenarbeit nicht höher als € 33.000,00 (einschließlich Umsatzsteuer) sind.

Liegen die Einnahmen über dieser Grenze, kann noch eine Unterordnung gegeben sein, wenn der Umsatzanteil der Zusammenarbeit 25 % der gesamten Umsätze des Betriebes nicht übersteigt.

Werden diese Grenzen bei der land- und forstwirtschaftlichen Zusammenarbeit überschritten, gilt die Tätigkeit nicht mehr als untergeordnet. In diesem Fall hat der Landwirt dann Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Hinweis: Neben der Einhaltung dieser Grenzen müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden.

Stand: 29. März 2016

e135716
2016-03-29
Grunderwerbsteuer: Freibetrag bei Betriebsübertragung
Die Steuer wird nicht nacherhoben bei einer begünstigten Schenkung, Erwerb von Todes wegen oder bei bestimmten Umgründungen.

Der Freibetrag für Betriebsübertragungen bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken liegt, auch nach den Änderungen im Zuge der Steuerreform, weiterhin bei € 365.000,00.

Der Freibetrag kann unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden, wenn der Betrieb innerhalb des begünstigten Familienverbands übertragen wird und eine Gegenleistung

  • nicht vorhanden (z. B. Erbe, Schenkung),
  • nicht ermittelbar oder
  • geringer als der Einheitswert des Grundstücks ist.

Beispiel: Ein Landwirt führt einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit einem Einheitswert von € 75.000,00. Der Sohn des Landwirts erbt diesen Betrieb und ist danach als Betriebsführer tätig. Der Einheitswert liegt unter dem Freibetrag von € 365.000,00, daher muss keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden.

Zum begünstigten Familienverband zählen z. B. Ehegatten/eingetragene Partner/Lebensgefährten (bei gemeinsamem Hauptwohnsitz), Verwandte oder Verschwägerte in gerader Linie, Kinder, Enkelkinder sowie Geschwister und Nichten/Neffen des Überträgers.

Übertragung unter Lebenden

Bei einer Übertragung unter Lebenden steht der Freibetrag nur dann zu, wenn der Übergeber

  • das 55. Lebensjahr vollendet hat oder
  • aufgrund von körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage ist, seinen Betrieb fortzuführen.

Erfolgt die Übertragung, weil der Betriebsführer stirbt, gibt es keine weiteren Voraussetzungen.

Nachversteuerung

Werden das Vermögen oder wesentliche Teile davon innerhalb von fünf Jahren nach dem Erwerb

  • entgeltlich oder unentgeltlich übertragen,
  • betriebsfremden Zwecken zugeführt oder
  • der Betrieb bzw. Teilbetrieb aufgeben,

ist die Steuer nachzuerheben.

Die Steuer wird nicht nacherhoben bei einer begünstigten Schenkung, Erwerb von Todes wegen oder bei bestimmten Umgründungen.

Stand: 29. März 2016

e135717
2016-03-29
Umsatzsteuer: Option zur Regelbesteuerung
Ein pauschalierter Landwirt, der zur Regelbesteuerung wechseln will, muss dem Finanzamt den Wechsel in einer schriftlichen Erklärung mitteilen.

Ein pauschalierter Landwirt, der zur Regelbesteuerung wechseln will, muss dem Finanzamt den Wechsel in einer schriftlichen Erklärung mitteilen. Dies hat das Bundesfinanzgericht (BFG) in einer Entscheidung im November letzten Jahres klargestellt.

Gesetzliche Bestimmungen

Bei nichtbuchführungspflichtigen Unternehmern, die Umsätze im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes ausführen, wird

  • die Steuer für die Umsätze mit 10 % der Bemessungsgrundlage festgesetzt bzw. ,
  • soweit diese Umsätze an einen Unternehmer für dessen Unternehmen erbracht werden, beträgt die Steuer ab 1.1.2016 13 % (bis 31.12.2015 12 %) der Bemessungsgrundlage.

Der Land- und Forstwirt kann jedoch bis zum Ablauf des Veranlagungszeitraumes gegenüber dem Finanzamt schriftlich erklären, dass seine Umsätze nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes besteuert werden sollen (Option zur Regelbesteuerung).

Konkreter Sachverhalt

In der konkreten Entscheidung wohnte der Steuerpflichtige in Deutschland. In Österreich unterlag er mit den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft der Steuerpflicht. Der Landwirt wollte statt der Durchschnittssatzbesteuerung die Regelbesteuerung in Anspruch nehmen und so die tatsächlichen Vorsteuern geltend machen.

Bei Betriebseröffnung wurde der „Fragebogen bei beschränkter Steuerpflicht“ (Verf17) ausgefüllt. Der Steuerpflichtige war der Meinung, dass er darin unmissverständlich bekanntgegeben hat, die Regelbesteuerung in Anspruch nehmen zu wollen.

Entscheidung des Bundesfinanzgerichts

Ein Wechsel zur Regelbesteuerung ist nur durch eine ausdrückliche und damit jeden Zweifel ausschließende Erklärung, dass auf die Durchschnittssatzbesteuerung verzichtet wird, möglich. Auch wenn aus anderen Angaben die Absicht des Verzichtes zu erkennen ist, ist das nicht ausreichend für einen Wechsel.

Das heißt, wenn der Steuerpflichtige lediglich

  • eine USt-Voranmeldung oder eine USt-Erklärung abgibt oder
  • entsprechende Angaben im Fragebogen bei Betriebseröffnung macht,

liegt keine eindeutige Willenserklärung vor. Die Beschwerde wurde als unbegründet abgewiesen.

Stand: 29. März 2016

e135718
2016-03-29
Wie wird der Gewinn aus Gartenbau ermittelt?
Der Gewinn kann auch mittels flächenabhängiger Pauschalierung berechnet werden

Wenn der Land- und Forstwirt nicht buchführungspflichtig ist bzw. die LuF-Pauschalierungsverordnung zur Anwendung kommt, ist der Gewinn aus dem Gartenbau grundsätzlich durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermitteln. Wenn die Käufer der gärtnerischen Erzeugnisse nur Wiederverkäufer sind, ist aber auch eine flächenabhängige Pauschalierung möglich (sofern der Landwirt unter den Vollpauschalierungsgrenzen liegt).

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Ist der Gewinn aus dem Gartenbau durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermitteln, sind die Betriebsausgaben mit einem Durchschnittssatz von 70 % der Betriebseinnahmen (inklusive Umsatzsteuer) anzusetzen. Zusätzlich sind auch die Ausgaben für Löhne (inklusive Lohnnebenkosten) Betriebsausgaben.

Flächenabhängige Pauschalierung

Der Gewinn kann auch mittels flächenabhängiger Pauschalierung (unten angegebenen Durchschnittssätzen) berechnet werden, wenn die

  • gärtnerischen Erzeugnisse an Wiederverkäufer verkauft und
  • die Grenzen für die Vollpauschalierung nicht überschritten werden (Einheitswert nicht über € 75.000,00, maximal 60 ha reduziert landwirtschaftliche Nutzfläche und höchstens 120 Vieheinheiten). Es darf auch nicht zur Teilpauschalierung optiert worden sein.

Die gärtnerisch genutzte Fläche ist bei der Gewinnermittlung des Grundbetrags aus der Vollpauschalierung auszuscheiden (bei einer Gewinnermittlung mit 42 % vom Einheitswert).

Verkauf an Wiederverkäufer

Wiederverkäufer sind Betriebe, die gewerbsmäßig die an sie gelieferten Erzeugnisse entweder unverändert oder nach Bearbeitung oder Verarbeitung weiterveräußern.

Die Einnahmen aus anderen Lieferungen (z. B. Handelswaren) und Leistungen (beispielsweise Verleih von Dekorationsartikeln) dürfen nachhaltig nicht mehr als € 2.000,00 jährlich betragen. Davon ausgenommen sind Verkäufe von Anlagen.

Durchschnittssätze  
Gärtnerisch genutzte Fläche € pro m²
Freiland für Schnittblumen, Gemüse, Bauflächen, Hof, Wege, Folientunnel unter 3,5 m Basisbreite, Rasenerzeugung 0,13
Freiland für Beeren- Obst- und Ziergehölze, Stauden, Rebschulen 0,25
Freiland für Forstgehölze 0,10
Folientunnel mit 3,5 m bis 7,5 m Basisbreite, Folientunnel einfach für Feldgemüse und Obstbau mit mindestens 3,5 m Basisbreite 0,34
Folientunnel über 7,5 m Basisbreite 0,45
Foliengewächshaus einfach: 0,67;
normal: 1,50;
gut: 2,17
Gewächshaus über 20 bis 30 Jahre: 2,17
älter als 30 Jahre: 1,64

Stand: 29. März 2016

e135719
2016-03-29
Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung
Ab Februar sollte man sich Gedanken über die Arbeitnehmerveranlagung vom letzten Jahr machen.

Die Arbeitgeber müssen den Lohnzettel in elektronischer Form bis Ende Februar (in Papierform bis Ende Jänner) dem Finanzamt übermitteln. Ab Februar sollte man sich daher Gedanken über die Arbeitnehmerveranlagung vom letzten Jahr machen.

Sie haben fünf Jahre lang Zeit, die Arbeitnehmerveranlagung zu erstellen. Im Jahr 2016 müsste daher auf jeden Fall die Veranlagung für das Jahr 2011 erledigt werden. Die Veranlagung kann elektronisch über FinanzOnline gemacht werden.

Ab der Veranlagung 2016 (im Jahr 2017) erfolgt eine automatische (antragslose) Arbeitnehmerveranlagung, wenn sich eine Steuergutschrift ergibt.

Tipp für Arbeitnehmer, die keine Lohnsteuer bezahlen

Auch Arbeitnehmer, die keine Lohnsteuer, sondern nur Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, sollten eine Veranlagung durchführen. Sie können im Jahr 2015 eine Gutschrift von maximal € 220,00 und im Jahr 2016 maximal € 400,00 erhalten. Pendler bekommen im Jahr 2015 maximal € 450,00 und ab 2016 maximal € 500,00.

Pensionisten, die keine Lohn- bzw. Einkommensteuer bezahlen, erhalten für das Jahr 2015 vom Finanzamt eine Gutschrift von höchstens € 55,00 und im Jahr 2016 maximal € 110,00.

Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinverdiener/Alleinerzieher können in der Arbeitnehmerveranlagung einen Absetzbetrag geltend machen in Höhe von:

  • € 494,00 pro Jahr bei einem Kind
  • € 669,00 pro Jahr bei zwei Kindern
  • € 889,00 pro Jahr bei drei Kindern
  • für jedes weitere Kind € 220,00

Sonderausgaben/Werbungskosten/außergewöhnliche Belastungen

Überprüfen Sie Ihre Rechnungen aus dem Jahr 2015 darauf, ob die Ausgaben als Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden können.

Zu den Werbungskosten zählen z. B. Aus- und Fortbildungskosten, aber auch Umschulungsmaßnahmen und Fahrtkosten.

Als Sonderausgaben sind Spenden, Prämien zu Versicherungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Sanierungen von Wohnraum, Steuerberatungskosten und Kirchenbeiträge (bis € 400,00 jährlich) absetzbar.

Achtung ab Veranlagung 2016: Die sogenannten „Topf-Sonderausgaben“ sind abgeschafft. Ausgaben für Wohnraumschaffung und Versicherungen können nicht mehr abgesetzt werden. Bei bestehenden Verträgen bleibt der Sonderausgabenabzug noch fünf Jahre erhalten. Zudem entfällt auch die Erhöhung der Topfsonderausgaben bei mindestens drei Kindern.

Außergewöhnliche Belastungen sind nicht alltägliche Belastungen, die zwangsläufig entstehen. Hier ist auch oft ein einkommensabhängiger Selbstbehalt zu berücksichtigen.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag beträgt für 2015:

  • € 220,00 (€ 440,00 ab der Veranlagung für 2016) jährlich pro Kind, wenn er von einem einzigen Steuerpflichtigen für ein Kind geltend gemacht wird oder
  • € 132,00 (€ 300,00 ab der Veranlagung für 2016) jährlich pro Kind, wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind in Anspruch genommen wird.

Stand: 29. März 2016

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2016-03-29
Einnahmen-Ausgaben-Rechner
Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung werden die Betriebseinnahmen minus die Betriebsausgaben gerechnet.

Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung werden die Betriebseinnahmen minus die Betriebsausgaben gerechnet.

Im Gegensatz zur doppelten Buchführung wird das Vermögen nicht extra erfasst. Nur Anlagevermögen, das einer Wertminderung unterliegt, muss über die gesamte Nutzungsdauer hinweg aufgezeichnet werden.

Wann müssen Landwirte den Gewinn durch eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln?

Nichts geändert hat sich bei den Grenzen, ab wann Landwirte grundsätzlich eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung durchführen müssen. Dies ist der Fall, wenn keine Buchführungspflicht besteht bzw. nicht freiwillig Bücher geführt werden und

  • wenn der Einheitswert zwischen € 130.000,00 und € 150.000,00 liegt bzw.
  • wenn der jährliche Umsatz ab dem zweiten, folgenden Jahr zwischen € 400.000,00 und € 550.00,00 liegt.

Was hat sich mit Jahresbeginn für Einnahmen-Ausgaben-Rechner geändert?

Abschreibung

Bei Betriebsgebäuden beträgt die Abschreibung maximal 2,5 % (vor dem 1.1.2016 3 %). Bei Wohngebäuden beträgt der Abschreibungssatz 1,5 %. Der Nachweis einer kürzeren Nutzungsdauer ist in beiden Fällen zulässig. Wurde bereits in der Vergangenheit eine kürzere Nutzungsdauer nachgewiesen, kommt es zu keiner Änderung.

Unbegrenzter Verlustvortrag

Entsteht aus der Land- und Forstwirtschaft ein Verlust, so kann dieser bei der Gewinnermittlung mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechner mit anderen Einkünften im selben Jahr verrechnet werden.

Ein Verlustausgleich mit Einkünften aus Vorjahren war bisher nur mit Einkünften aus den letzten drei Jahren möglich. Nun können Verluste unbefristet in Folgejahre vorgetragen werden.

Stand: 29. März 2016

winter_2015_2016
Winter 2015/2016
e135721
2015-12-21
Benötigt ein Landwirt eine Registrierkasse?
Ab 1.1.2016 treten die neuen Bestimmungen zur Registrierkassenpflicht in Kraft.

Ab 1.1.2016 treten die neuen Bestimmungen zur Registrierkassenpflicht in Kraft.

Vollpauschalierer sind ausgenommen

Sofern der Landwirt seinen Gewinn auf der Grundlage der Vollpauschalierung ermittelt, muss er keine Registrierkasse anschaffen, wenn er auch die Umsatzsteuer pauschal ermittelt. Er ist ebenfalls von der Belegerteilungs- und Einzelaufzeichnungspflicht ausgenommen.

Wird der Gewinn jedoch durch die Teilpauschalierung ermittelt, unterliegt der Landwirt der Belegerteilungs-, Einzelaufzeichnungs- und Registrierkassenpflicht, wenn die unten genannten Grenzen überschritten werden.

Was bedeutet Registrierkassenpflicht?

Ab 1.1.2016 müssen alle Betriebe, die bestimmte Grenzen überschreiten, alle Bareinnahmen mit elektronischer Registrierkasse, Kassensystem oder mit einem sonstigen elektronischen Aufzeichnungssystem einzeln erfassen. Ein Landwirt hat betriebliche Einkünfte, daher kann auch er unter die Registrierkassenpflicht fallen. Nicht betroffen sind z. B. Vermieter und Verpächter.

Die Registrierkassenpflicht tritt ein

  • ab einem Jahresumsatz von € 15.000,00 netto je Betrieb, wenn
  • davon über € 7.500,00 netto als Barumsätze gelten.

Zum Barumsatz zählen:

Bargeld, Kredit- oder Bankomatkarte sowie andere vergleichbare Zahlungsformen (wie beispielsweise Zahlung mit dem Mobiltelefon).

Belegerteilungs- und Einzelaufzeichnungspflicht

Mit 1.1.2016 treten auch die neue Belegerteilungs- und die Einzelaufzeichnungspflicht in Kraft.

Belegerteilungspflicht

Unternehmer müssen für jede empfangene Barzahlung einen Beleg ausstellen. Diese Verpflichtung gilt grundsätzlich unabhängig von der Höhe des Jahresumsatzes und vom Betrag der Barzahlung. Der Kunde muss diesen Beleg entgegennehmen und aufbewahren, bis er den Betrieb verlassen hat.

Einzelaufzeichnungspflicht

Barumsätze sind ab dem ersten Euro einzeln zu erfassen.

Ausnahmen

„Automaten und Selbstbedienungsumsätze“

Automaten, die vor dem 1.1.2016 in Betrieb genommen wurden, sind bis 31.12.2026 ausgenommen. Wenn der Einzelumsatz € 20,00 nicht übersteigt, ist ein Nachrüsten für Altautomaten nicht erforderlich. Auch Neuautomaten, die nach dem 31.12.2015 in Betrieb genommen werden und bei denen der Einzelumsatz € 20,00 nicht übersteigt, sind ausgenommen. Bei anderen Neuautomaten gelten alle drei Verpflichtungen ab 1.1.2017.

Entnimmt der Kunde eine Ware selbst und wirft das Geld danach in eine Kassabox (wie z. B. bei Blumen, Obst zum Selberpflücken, Nutzung präparierter Langlaufloipen) gelten dieselben Regelungen wie bei Automaten.

Weitere Ausnahmen

Von allen drei Verpflichtungen ausgenommen sind z. B.

  • Umsätze, die nicht in Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten getätigt werden, bis zu einer Umsatzgrenze von € 30.000,00 (jährlich, je Betrieb), beispielsweise der Verkaufsstand am Bauernmarkt,
  • Umsätze wirtschaftlicher Geschäftsbetriebe von begünstigten Körperschaften (wie z. B. kleine Vereinsfeste) und
  • unter bestimmten Voraussetzungen auch Online-Shops.

Was ist zu beachten, wenn Registrierkassenpflicht besteht?

Verpflichtung gilt ab 1.1.2016

Die Pflicht besteht grundsätzlich ab 1.1.2016. Ab 1.1.2017 muss die Registrierkasse dann auch bestimmte Sicherheitseinrichtungen aufweisen, die gegen Manipulation schützen sollen.

Was ist bei der Anschaffung einer Registrierkasse zu beachten?

Eine Registrierkasse ist jedes elektronische Aufzeichnungssystem, das zur Losungsermittlung und Dokumentation einzelner Bareinnahmen eingesetzt werden kann. Die Registrierkasse muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen (z. B. Führung eines Datenerfassungsprotokolls).

Eine Registrierkasse muss nicht unbedingt eine herkömmliche Kassa sein.

Serverbasierte Aufzeichnungssysteme, Waagen und Taxameter mit Kassenfunktionen sind ebenfalls Registrierkassen, genauso wie ein Computer mit einem einschlägigen EDV-Programm und einem Drucker.

Achtung: Ab 1.1.2017 muss die Registrierkasse spezielle technische Sicherheitseinrichtungen aufweisen, damit die Daten nicht manipuliert werden können. Wenn Sie eine Registrierkasse kaufen, vereinbaren Sie mit Ihrem Kassenhersteller, dass sie im Laufe des nächsten Jahres nachgerüstet wird, sodass Ihre Registrierkasse alle Bestimmungen erfüllt, die ab dem 1.1.2017 gelten werden.

Steuerliche Begünstigungen

Wird aufgrund der neuen Registrierkassenpflicht ein elektronisches Aufzeichnungssystem bis 31.12.2016 angeschafft, kann eine Prämie in der Höhe von € 200,00 in Anspruch genommen werden. Die Anschaffungskosten können zur Gänze sofort als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Strafen

Wird keine Registrierkasse verwendet, liegt grundsätzlich eine Finanzordnungswidrigkeit vor, die mit bis zu € 5.000,00 Strafe zu zahlen ist, und die Finanz zweifelt die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung an.

Es wird jedoch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres keine finanzstrafrechtlichen Konsequenzen geben.

Von 1.4.-30.6.2016 wird auch von Strafen abgesehen werden, wenn der Betrieb besondere Gründe für die Nichterfüllung der Registrierkassenpflicht glaubhaft machen kann, wie z. B. wenn der Hersteller der Registrierkasse Schwierigkeiten bei der Lieferung hat.

Achtung: Diese Gründe sollten dokumentiert werden, damit bei einer Kontrolle ein Beweis vorgelegt werden kann.

Unabhängig davon wird die Hinterziehung von Abgaben jedenfalls verfolgt und bestraft.

In der Regel sind bei diesem Thema eine Menge betriebsbezogener Fragen zu beachten. Deshalb empfehlen wir, eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Stand: 21. Dezember 2015

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2015-12-21
Wie wird der Gewinn aus Obstbau ermittelt?
Ab dem Veranlagungszeitraum 2015 ist die neue Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung 2015 anzuwenden.

Ab dem Veranlagungszeitraum 2015 ist die neue Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung 2015 anzuwenden. Dabei ergeben sich auch Neuerungen für die Gewinnermittlung aus Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst bei Vollpauschalierung.

Was sind Intensivobstbau und Tafelobst?

Die nachfolgenden Bestimmungen gelten nur für Intensivobstbau zur Produktion von Tafelobst.

Intensivobstbau: Beim Intensivobstbau erfolgt der Anbau in der Regel in Form von Plantageanlagen. Auch der Anbau von Bio-Obst kann Intensivobst sein, nicht darunter fallen Streuobstflächen.

Tafelobst: Das Tafelobst ist ohne weitere Zubereitung zum Verzehr geeignet. Industrieobst hingegen ist Obst, das nicht für den unmittelbaren Verzehr, sondern für die Weiterverarbeitung produziert wird, wie z. B. Mostproduktion, Safterzeugung.

Werden sowohl Tafel- als auch Industrieobst in einer Anlage produziert, bestimmt sich die Zuordnung nach dem Überwiegen. Überwiegt das Tafelobst, so ist die gesamte Fläche der Intensivobstanlage der Tafelobstproduktion zuzurechnen, und es gelten auch in diesem Fall die nachstehend beschriebenen Bestimmungen.

Vollpauschalierung bis höchstens 10 Hektar

Bei vollpauschalierten Landwirten beträgt der Gewinn aus dem Obstbau 42 % (bis 2014: 39 %) vom Einheitswert. Neu ist, dass der Obstbau nur so lange zur Vollpauschalierung zählt, solange das Flächenausmaß von Intensivobstanlagen zur Produktion von Tafelobst 10 ha nicht übersteigt.

Wenn die Fläche über der Grenze von 10 ha liegt, muss der Gewinn ab 2015 für die gesamte Produktion von Tafelobst durch Intensivobstanlagen mittels Teilpauschalierung errechnet werden. Die Vollpauschalierung entfällt bereits für das Jahr 2015, wenn zum 31.12.2014 die Grenze von 10 ha überschritten wurde.

Berechnung des Gewinns aus dem Obstbau: Von den Betriebseinnahmen, die auf die Bewirtschaftung der Intensivobstanlagen entfallen (inkl. USt), werden 70 % Betriebsausgabenpauschale abgezogen. Daneben können auch Aufwendungen für Löhne und Lohnnebenkosten abgezogen werden – maximal jedoch in Höhe der Betriebseinnahmen. Aus der Tafelobstproduktion kann kein Verlust entstehen.

Berechnung des Gewinns aus Vollpauschalierung: Wenn der Gewinn aus der Obstproduktion durch eine Teilpauschalierung ermittelt werden muss, ist der Einheitswert, der auf die Intensivobstanlage entfällt, bei der Berechnung des Grundbetrags auszuscheiden.

Wie werden diese 10 ha berechnet?

Bei der Berechnung der 10 ha sind alle vom Landwirt bewirtschafteten Flächen hinzuzurechnen. Daher zählen zur Fläche auch zugepachtete, zugekaufte und in Nutzung genommene Flächen. Alle verpachteten Flächen, die jemand anderer nutzt, können hingegen von der eigenen Fläche abgezogen werden.

Stand: 21. Dezember 2015

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2015-12-21
Steuern sparen mit einer Investition
Bleibt Ihrem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb heuer ein Gewinn?

Bleibt Ihrem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb heuer ein Gewinn? Wenn ja, dann investieren Sie noch bis Jahresende und sparen Sie Steuern, indem Sie den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geltend machen.

Warum zahlen Sie durch den Gewinnfreibetrag weniger Steuer?

Der Grundfreibetrag vermindert die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer und dadurch auch die Steuer.

Zusätzlich steht allen Landwirten, die ihren Gewinn mittels

  • Einnahmen/Ausgaben-Rechnung oder
  • Bilanzierung

ermitteln, der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag zu. Dazu muss allerdings in begünstigte Wirtschaftsgüter investiert werden. Im Jahr der Investition kann der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag von den Anschaffungskosten geltend gemacht werden und zusätzlich in voller Höhe die Abschreibung (gilt nicht für Wohnbauanleihen) – beides mindert Ihren Gewinn und somit nochmal die zu zahlende Steuer.

Wer kann den Gewinnfreibetrag beantragen?

Alle natürlichen Personen, die Einkünfte aus einer betrieblichen Einkunftsart erzielen, dazu zählen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit und Gewerbebetrieb.

Wie hoch ist der Gewinnfreibetrag?

Grundfreibetrag (unabhängig von der Gewinnermittlungsart)

Wenn Sie nicht investieren bzw. Pauschalierer sind, steht Ihnen jedenfalls der Grundfreibetrag in Höhe von 13 % vom Gewinn zu – maximal 13 % von € 30.000,00. Daraus ergibt sich ein maximaler Grundfreibetrag von € 3.900,00.

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag (nicht bei Pauschalierung)

Übersteigt der Gewinn € 30.000,00, steht einerseits jedenfalls der Grundfreibetrag zu, andererseits kommt ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag hinzu. Dieser beträgt:

  • bis € 175.000,00 Gewinn: 13 % Gewinnfreibetrag
  • für die nächsten € 175.000,00 (bis € 350.000,00 Gewinn): 7 % Gewinnfreibetrag
  • für die nächsten € 230.000,00 (bis € 580.000,00 Gewinn): 4,5 % Gewinnfreibetrag
  • über € 580.000,00 Gewinn: kein weiterer Gewinnfreibetrag

Für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag müssen folgende begünstigte Investitionen angeschafft werden:

  • abnutzbare, körperliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (aber nicht gebrauchte Wirtschaftsgüter)mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren, wie z. B. Lkw (kein Pkw), Maschinen, Gebäudeinvestitionen.
  • Wohnbauanleihen, die dem Anlagevermögen eines inländischen Betriebes ab dem Anschaffungszeitpunkt mindestens vier Jahre gewidmet werden.

Wird die Behaltefrist von vier Jahren nicht eingehalten, hat eine Nachversteuerung des in Anspruch genommenen Freibetrags zu erfolgen.

Achtung genaue Dokumentation

Denken Sie daran, dass Sie genau dokumentieren, für welche Wirtschaftsgüter (und in welcher Höhe) der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag in Anspruch genommen wird. Kann der Finanz keine genaue Dokumentation vorgelegt werden, kann dies dazu führen, dass der Freibetrag nachzuversteuern ist.

Stand: 21. Dezember 2015

e135724
2015-12-21
Welche Neuregelungen gibt es für Entschädigungen?
Land- und Forstwirte dürfen die Umsatzsteuer pauschal ermitteln, wenn die nötigen Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Entschädigungszahlungen, wie z. B. für die Errichtung von Strom- und Gasleitungen, Straßen, Handymasten oder auch Langlaufloipen, sind einkommensteuerpflichtig.

Die Minderung des Bodenwerts kann grundsätzlich von den Einkünften abgezogen werden. Das Nutzungsentgelt ist steuerpflichtig. Zur Feststellung der Wertminderung vom Boden gibt es Vereinfachungen. (Aus Platzgründen haben wir hier nur zwei Beispiele zur Ermittlung des steuerpflichtigen/steuerfreien Teils angeführt.)

Hinweis: Diese Entschädigungszahlungen müssen nicht unbedingt unter die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft fallen, z. B. fallen Entschädigungen für Handymasten unter Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (außer, der Mast ist direkt am landwirtschaftlichen Gebäude bzw. an einer Betriebsanlage, wie beispielsweise am Stall, montiert).

Dienstbarkeitseinräumungen für Langlaufloipen, Skipisten, Aufstiegshilfen

In diesen Fällen kann bei

  • Entgelten bis zu einer jährlichen Gesamthöhe von € 10.000,00 sowie
  • Einmalentgelten bis € 15.000,00

der Anteil der reinen Nutzungsentgelte mit 70 % des jeweiligen Gesamtentgeltes angenommen werden. Sind die Beträge höher, muss der Einzelfall beurteilt werden. Es kann aber auch ein Betrag von € 3.000,00 bzw. € 4.500,00 als Bodenwertminderung angesetzt werden.

Leitungsentschädigungen

Zur Ermittlung des steuerpflichtigen Anteils bei Leitungsentschädigungen gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem wie viele land- bzw. fortwirtschaftliche Flächen betroffen sind und wie hoch der Waldanteil ist. Wir haben nur eine Regelung beispielhaft dargestellt. Für die Einräumung von Leitungsrechten, wie z. B. Strom- und Gasleitungen gilt, z. B. bis zu jährlichen Einkünften von € 30.000,00 bzw. bei Einmalentgelten bis € 50.000,00 (wenn nur landwirtschaftliche bzw. land- und forstwirtschaftliche Flächen genutzt werden und der Waldanteil 10 % nicht übersteigt), Folgendes:

  • kein Maststandort auf der Fläche:
    Der steuerpflichtige Anteil der Entschädigungszahlung kann mit 70 % des jeweiligen Gesamtentgelts angenommen werden.
  • Maststandort auf der Fläche:
    Der steuerpflichtige Anteil beträgt 55 % des jeweiligen Gesamtentgelts.

Tipp: Mit der Wartung der Einkommensteuerrichtlinien  gibt es zu diesem Thema einige neue Informationen, auf die wir in diesem Artikel nicht detailliert eingehen können. Zudem ist auch die Umsatzsteuer zu beachten. Wenn Sie Entschädigungszahlungen erhalten, vereinbaren Sie bitte einen Beratungstermin, damit wir Ihre individuelle Lage besprechen können.

Stand: 21. Dezember 2015

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Herbst 2015
e135725
2015-09-29
Jetzt werden die ersten Bescheide versendet: Welcher ist für die Steuererklärung maßgeblich?
Mit beinahe einjähriger Verspätung werden die ersten „Einheitswertbescheide zum 1.1.2014“ an die Landwirte versendet.

Mit beinahe einjähriger Verspätung werden die ersten „Einheitswertbescheide zum 1.1.2014“ an die Landwirte versendet. Einige Betriebe haben in den vergangenen Monaten jedoch auch „Wertfortschreibungsbescheide“ erhalten.

Welcher Bescheid ist zu welchem Stichtag für die Steuererklärung maßgeblich?

Veranlagung 2015: Gewinnermittlung durch Pauschalierung

Laut den Einkommensteuerrichtlinien ist zur Beurteilung, ob die Land- und Forstwirtschaftliche Pauschalierungsverordnung (LuF-PauschVO) 2015 angewendet werden kann, der zum 31. Dezember 2014 festgestellte Einheitswert maßgeblich.

Somit sind für das Jahr 2015 noch nicht die auf Grund der Hauptfeststellung zum 1. Jänner 2014 neu festgestellten Einheitswerte heranzuziehen, weil diese erst mit 1. Jänner 2015 wirksam werden.

Welcher Durchschnittssatz zur Gewinnberechnung?

Davon zu unterscheiden ist die Frage, welcher Einheitswert für die Berechnung des Gewinndurchschnittssatzes in der Höhe von 42 % im Rahmen der Vollpauschalierung für die Einkommensteuererklärung 2015 maßgeblich ist. Hierfür kommt es nicht auf das Datum der Zustellung des Einheitswertbescheides für das land- und forstwirtschaftliche Vermögen an, sondern auf das im jeweiligen Einheitswertbescheid angeführte Datum der Wirksamkeit (gilt auch für Wertfortschreibungsbescheide).

Das heißt, auch später (z. B. erst im Jahr 2016) zugestellte Einheitswertbescheide sind für die Vollpauschalierung (Höhe des Gewinnes) maßgeblich, weil die Hauptfeststellungsbescheide zum 1. Jänner 2014 in diesem Zusammenhang – genauso wie für die Grundsteuer – immer zum 1. Jänner 2015 rückwirkend wirksam werden.

Veranlagungszeitraum 2016

Für die Beurteilung, ob die Pauschalierungsverordnung angewendet werden kann, ist der zum 31. Dezember 2015 festgestellte Einheitswert maßgeblich.

TIPP: Für die völlig neuen Fragestellungen und weiterführenden Informationen kontaktieren Sie uns bitte!

Stand: 29. September 2015

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2015-09-29
Grunderwerbsteuer ab 1.1.2016: Welches Grundstück wird übertragen?
Wird ein Grundstück übertragen, löst das in der Regel Grunderwerbsteuerpflicht aus.

Wird ein Grundstück übertragen, löst das in der Regel Grunderwerbsteuerpflicht aus. Bevor beurteilt werden kann, wie hoch der Steuersatz ist und wovon die Steuer bemessen wird, muss unterschieden werden, ob ein land- und forstwirtschaftliches oder ein anderes Grundstück übertragen wird, und geklärt werden, wer der Empfänger ist.

Land- und forstwirtschaftliche Grundstücke innerhalb der Familie

Die Grunderwerbsteuer beträgt 2 % vom Einheitswert, wenn das Grundstück innerhalb der Familie übertragen wird. Zum Familienverband gehören nach dieser Regelung z. B. Ehepartner bzw. eingetragene Partner während aufrechter Ehe bzw. Partnerschaft oder im Zusammenhang mit der Auflösung sowie Lebensgefährten (gemeinsamer Hauptwohnsitz), Eltern, Stief-, Wahl- oder Pflegekinder.

Ab 1.1.2016 zählen auch Geschwister, Nichten und Neffen zum Familienverband.

Andere Immobilien

Die oben erklärte Besteuerung gilt nicht für andere Immobilien, wie z. B. Wohnhäuser, Baugründe und land- und forstwirtschaftliche Grundstücke, wenn diese an Personen übertragen werden, die nicht zum genannten Familienkreis gehören.

Hier wird ab 1.1.2016 grundsätzlich der Wert der Gegenleistung mindestens jedoch der Grundstückswert die Bemessungsgrundlage sein. Der Grundstückswert kann unter anderem von einem Immobilienpreisspiegel abgeleitet werden.

Nähere Details dazu werden noch in einer Verordnung geregelt. Der Steuersatz beträgt (wenn keine Ausnahmeregelung zutrifft) 3,5 %.

Davon ausgenommen sind unentgeltliche Übertragungen. Hier gilt folgender Stufentarif:

Wert der Immobilie Steuersatz neu
für die ersten € 250.000,00 0,5 %
für die nächsten € 150.000,00 2 %
darüber hinaus 3,5 %

Erwerbe innerhalb der Familie gelten immer als unentgeltlich, außer das Grundstück zählt zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen.

Stand: 29. September 2015

e135727
2015-09-29
Freiwillige Helfer bei der Ernte
Sowohl Getreideernten als auch Weinlesen sind ohne die freiwillige Hilfe von Familie und Freunden kaum machbar.

Sowohl Getreideernten als auch Weinlesen sind ohne die freiwillige Hilfe von Familie und Freunden kaum machbar. Es ist schon Tradition, dass in anderen Betrieben mitgeholfen wird. Trotzdem sollte man dabei die gesetzlichen Regelungen beachten, damit von der Behörde kein Dienstverhältnis angenommen werden kann.

Verwandte in gerader Linie

Bei Verwandten in gerader Linie, dazu gehören z. B. Großeltern, Eltern, Kinder und Enkelkinder, die unentgeltlich arbeiten, wird grundsätzlich kein Dienstverhältnis angenommen. Sie müssen daher nicht bei der Sozialversicherung angemeldet werden.

Andere Verwandte und Freunde

Auch bei allen anderen Verwandten und Freunden, die bei der Ernte mithelfen, ist nicht von einem Dienstverhältnis auszugehen, wenn die Hilfe

  • kurzfristig oder auf Grund von unvorhergesehenen Arbeitsspitzen (Dokumentation!) geleistet wird,
  • freiwillig geleistet wird, keine persönlichen oder wirtschaftlichen Abhängigkeiten bestehen und daher die Tätigkeit ohne rechtliche Konsequenzen jederzeit beendet werden kann und
  • mit keinem Entgelt verbunden ist.

Wichtig: Dokumentation

Um auf Nummer sicher zu gehen und allfällige Diskussionen bei einer Prüfung (z. B. durch die Finanzpolizei) vermeiden zu können, ist es gut, wenn diese freiwillige und unentgeltliche Hilfe zur Beweissicherung dokumentiert wird, beispielsweise durch genaue Aufzeichnungen über den Grund der Unterstützung und die Dauer der Hilfe.

Auf den Webseiten der Landwirtschaftskammern sind eigene Formulare für familieneigene und freiwillige Erntehelfer erhältlich.

Daneben sollte auch der Umfang der Erntearbeit und der Grund für die Notwendigkeit von freiwilligen Helfern schriftlich festgehalten werden.

Achtung: Besonders aufgepasst werden sollte bei Beziehern von z. B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Frühpension oder sonstigen Transferleistungen. Die Mithilfe bei der Ernte kann (auch wenn kein Entgelt bezahlt wird) Auswirkungen auf Transferleistungen haben oder auch zu einer Anzeige führen – auch bei einem direkten Verwandtschaftsverhältnis.

Dienstverhältnisse dürfen jedenfalls nicht verschleiert werden und sind ausnahmslos vor Aufnahme der Tätigkeit zur Sozialversicherung anzumelden.

Stand: 29. September 2015

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2015-09-29
Änderungen in der Umsatzsteuer
Neuer Steuersatz 13 %

Neuer Steuersatz 13 %

Ab 1.1.2016

Der Normalsteuersatz in der Umsatzsteuer beträgt in Österreich 20 %, der ermäßigte Steuersatz bisher 10 % (in manchen Fällen 12 %). Im Zuge der Steuerreform wurde ein neuer Steuersatz von 13 % eingeführt.

Dieser neue Steuersatz von 13 % gilt beispielsweise für 

  • lebende Tiere, z. B. Schweine, Schafe, Rinder, Hausgeflügel,
  • bestimmte Futtermittel, z. B. tierische Futtermittel wie Mehl und Pellets von Fleisch und Fisch, Getreide oder Hülsenfrüchte, Rückstände aus Stärke- und Zuckergewinnung sowie aus der pflanzlichen Ölgewinnung,
  • Pflanzen, z. B. Zwiebel, Knollen, Bäume, Sträucher, Schnittblumen,
  • Saatgut, wie z. B. Samen von Zuckerrüben, Futterpflanzen,
  • Düngemittel (tierisch und pflanzlich),
  • Brennholz, z. B. Scheiten, Zweigen, auch in Form von Schnitzeln.

Der Steuersatz kommt auch beim Ab-Hof-Verkauf von Wein und Obstwein bzw. Most zur Anwendung. Bisher wird dieser mit 12 % besteuert.

Ab 1.5.2016

Bei folgenden Umsätzen wird die Umsatzsteuer erst ab 1.5.2016 erhöht:

  • Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die damit regelmäßig verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung). Für Speisen bleibt der Steuersatz von 10 %.
  • Vermietung von Grundstücken für Campingzwecke.

Werden diese Umsätze zwischen dem 1. Mai 2016 und dem 31. Dezember 2017 ausgeführt und wird dafür eine Buchung und eine An- oder Vorauszahlung vor dem 1. September 2015 vorgenommen, gilt auch weiterhin der alte Steuersatz.

Umsatzsteuerpauschalierung

Weil der Steuersatz von 10 % auf 13 % erhöht wird, kommt auch eine Änderung bei der Umsatzsteuerpauschalierung.

Lieferung/Leistung an Nicht-Unternehmer

Der Steuersatz beträgt 10 %. Für alle Produkte/Leistungen bei denen der neue Steuersatz von 13 % zu verwenden ist (siehe oben), erhöht sich auch hier der Steuersatz auf 13 %.

Lieferung/Leistung an Unternehmer

In diesem Fall ist immer der neue Steuersatz von 13 % anzuwenden.

Wie bisher werden die Vorsteuerbeträge, die diesen Umsätzen zugerechnet werden, auch in der gleichen Höhe festgesetzt, sodass keine Zahllast und auch kein Überschuss entstehen.

Zusatzsteuer

Werden Getränke verkauft, wie z. B. selbst gebrannter Schnaps, Fruchtsäfte, zugekaufter Wein, Sturm, dann muss eine zusätzliche Steuer eingehoben werden, und zwar:

  • 10 % (keine Änderung ab 1.1.2016) der Bemessungsgrundlage beim Verkauf an Private und
  • 7 % (bis 31.12.2015: 8 %) beim Verkauf an einen Unternehmer für dessen Unternehmen.

Stand: 29. September 2015

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2015-09-29
Mehrfach-Krankenversicherung
Geht eine Person unterschiedlichen Erwerbstätigkeiten nach, kann dies zur Versicherungspflicht in zwei oder mehreren Krankenversicherungen führen.

Geht eine Person unterschiedlichen Erwerbstätigkeiten nach (die über der Geringfügigkeitsgrenze liegen) oder bezieht sie nebenbei Geldleistungen (z. B. eine Pension), kann dies zur Versicherungspflicht in zwei oder mehreren Krankenversicherungen führen.

Beispiel: Ein Landwirt hat einen landwirtschaftlichen Betrieb und ist auch noch bei einem Unternehmen angestellt. In diesem Fall unterliegt der Landwirt der Pflichtversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) und als Dienstnehmer der Pflichtversicherung im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Daher sind für alle beteiligten Sozialversicherungen Beiträge zu entrichten.

Die einzelnen Beitragsgrundlagen werden zusammengerechnet. Für die Summe gilt dann als Obergrenze die Höchstbeitragsgrundlage (im Jahr 2015: € 65.100,00)

Antrag auf Differenzvorschreibung

Landwirte, die mehrfach versichert sind und deren jährliche Beitragsgrundlagen die Höchstbeitragsgrundlage überschreiten, können bei der Bäuerlichen Sozialversicherung einen Antrag auf Differenzbeitragsvorschreibung stellen. Wenn im Nachhinein festgestellt wird, dass die gezahlten Beiträge zu niedrig waren, muss die Differenz nachgezahlt werden.

Rückerstattung der Beiträge

Ansonsten wird während des Jahres von jeder Krankenkasse der zu zahlende Betrag eingehoben und erst nach Ablauf des Kalenderjahres festgestellt, ob die Höchstbeitragsgrundlage überschritten wurde. Der zu viel bezahlte Betrag wird dann zurückgezahlt. Dazu muss spätestens bis zum dem Beitragsjahr drittfolgenden Kalenderjahr ein Antrag bei der SVB gestellt werden.

Ausnahme: Personen, denen Leistungen von Krankenversicherungen durch eine eigene Krankenfürsorgeeinrichtung eines öffentlich-rechtlichen Dienstgebers gesichert sind, dürfen die Differenzvorschreibung und die Rückerstattung von Beiträgen nicht beantragen.

Stand: 29. September 2015

e135730
2015-09-29
Entscheidung des Bundesfinanzgerichts: Vorsteuerabzug bei gewerblichem Heurigenbetrieb
Im konkreten Fall betrieben die Beschwerdeführer einen Weinbaubetrieb und einen Heurigen mit Catering.

Im konkreten Fall betrieben die Beschwerdeführer einen Weinbaubetrieb und einen Heurigen mit Catering. Auf der Speisekarte standen z. B. paniertes Fleisch, Innereien, Fisch, Knödel, Kraut, Mehlspeisen und Kaffee.

Der Heurige und das Catering wurden als Teil des Weinbaubetriebs behandelt und die Umsätze mit der land- und forstwirtschaftlichen Pauschalierung abgegolten.

Hier wurden die Grenzen überschritten – ein derartiger Gewerbebetrieb ist ertragsteuerlich als eigener Betrieb neben dem bestehenden land- und forstwirtschaftlichen Betrieb anzusehen.

Umsatzsteuer

Die Umsätze des Heurigen können deshalb nicht mit der Durchschnittsatzbesteuerung berechnet werden, sondern sie unterliegen der Regelbesteuerung.

Dem Winzer steht deshalb der Vorsteuerabzug für alle Eingangsleistungen zu, die im Zusammenhang mit jenen Umsätzen stehen, die der Regelbesteuerung unterliegen.

In diesem Fall gilt das auch für den Wein, der zwar im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb produziert, aber im Rahmen des gewerblichen Heurigenbetriebs steuerpflichtig veräußert wurde.

Ermittlung dieser Vorsteuern

Eine Schätzung kommt grundsätzlich in Betracht, allerdings nur, wenn nachgewiesen werden kann, dass dem Unternehmer die entsprechenden Vorsteuern auch in Rechnung gestellt wurden.

Daher ist im Vorhinein zu ermitteln, inwieweit zum Vorsteuerabzug berechtige Rechnungen vorliegen oder die Ausstellung solcher Rechnungen an den Unternehmer zumindest als erwiesen angenommen werden kann.

Anhand dieses Ergebnisses sind die den regelbesteuerten Umsätzen zurechenbaren Vorsteuern zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Stand: 29. September 2015

sommer_2015
Sommer 2015
e135731
2015-06-29
Steuerreform: Welche Änderungen werden auf die Landwirte zukommen?
Geplant ist, dass der Nationalrat die neue Steuerreform Anfang Juli beschließt – bis dahin kann es noch zu Änderungen kommen.

Die Steuerreform ist nun in Begutachtung. Geplant ist, dass sie der Nationalrat Anfang Juli beschließt – bis dahin kann es noch zu Änderungen kommen. Dieser Artikel umfasst nur den Stand laut Begutachtungsentwurf und nur ausgewählte Neuerungen.

Erhöhung der Rückerstattung von SV-Beiträgen bei geringem Einkommen

Arbeitnehmer sollen im Zuge der sogenannten Negativsteuer bis zu 50 % von bestimmten Werbungskosten (insbesondere von den Beiträgen zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Sozialversicherung) gutgeschrieben bekommen.

Daher erhöht sich diese Gutschrift im Jahr 2015 von maximal € 110,00 auf € 220,00 und im Jahr 2016 auf die geplanten € 400,00 (maximal). Für Pendler erhöht sich dieser Betrag auf maximal € 450,00 im Jahr 2015 und ab 2016 auf € 500,00.

Pensionisten, die keine Lohn- bzw. Einkommensteuer bezahlen, erhalten zukünftig vom Finanzamt eine Gutschrift von 50 %der Sozialversicherungsbeiträge – maximal € 110,00.

Einkommensteuer – Tarifänderung

Der Einkommenstarif soll gesenkt bzw. sollen mehr Tarifstufen eingefügt werden.

Beispiel: Bruttoeinkommen € 1.880,00 pro Monat. In diesem Fall werden netto jährlich ca. € 860,00 mehr bleiben.

Voraussichtlicher neuer Grenzsteuersatz

Derzeit bestehender Grenzsteuersatz

Tarifstufen Steuersatz Tarifstufen Steuersatz
bis € 11.000,00 0 % bis € 11.000,00 0 %
€ 11.001,00 - € 18.000,00 25 % € 11.001,00 - € 25.000,00 36,5 %
€ 18.001,00 - € 31.000,00 35 % € 25.001,00 - € 60.000,00 43,21 %
€ 31.001,00 - € 60.000,00 42 % über € 60.000,00 50 %
€ 60.001,00 - € 90.000,00 48 %    
€ 90.001,00 - € 1 Mio. 50 %    
über € 1 Mio. 55 %*    

* fünf Jahre befristet

Arbeitnehmer-/Verkehrsabsetzbetrag

Der Arbeitnehmerabsetzbetrag soll in den Verkehrsabsetzbetrag integriert werden. Beide zusammen betragen in Summe derzeit € 345,00 – dieser Betrag soll angehoben werden auf € 400,00.

Bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale erhöht sich der neue Verkehrsabsetzbetrag auf € 690,00, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen € 12.200,00 im Kalenderjahr nicht übersteigt. Der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag vermindert sich zwischen einem Einkommen von € 12.200,00 und € 13.000,00 gleichmäßig einschleifend auf € 400,00.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag wird von derzeit € 220,00 auf € 440,00 jährlich verdoppelt. Nehmen beide Elternteile den Freibetrag in Anspruch, beträgt er künftig € 300,00 jährlich pro Elternteil (derzeit: € 132,00).

Arbeitnehmer Landwirtschaft

Gestrichen wird der Freibetrag für Arbeitnehmer (Arbeiter), die in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb ausschließlich oder überwiegend körperlich tätig sind.

Topfsonderausgaben

Gestrichen werden auch die sogenannten Topf-Sonderausgaben, wie beispielsweise die Ausgaben für Versicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung. Sie werden nur mehr bis zum Jahr 2020 absetzbar sein, wenn der Vertragsabschluss bzw. der Baubeginn vor dem 1. Jänner 2016 liegt.

Grunderwerbsteuer

Bei Land- und Forstwirten sind schon mit Stichtag 1. Jänner 2014 die Einheitswerte neu festgestellt worden. Daher wird hier an der bisherigen Besteuerungssystematik festgehalten.

Bei bestimmten Übertragungen von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken wird die Steuer weiterhin vom Einheitswert mit 2 % berechnet.

Immobilienertragsteuer

Künftig soll die Immobilienertragsteuer 30 % betragen (derzeit: 25 %). Die Hauptwohnsitz- und die Herstellerbefreiung sollen aber bleiben. Der Inflationsabschlag soll ab 2016 entfallen.

Kapitalertragsteuer

Die Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 % soll nur mehr für Einkünfte aus Geldeinlagen und sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten angewendet werden.

Für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen auf die bisher der besondere Steuersatz von 25 % zur Anwendung kommt, wird der Steuersatz auf 27,5 %angehoben – ab 2016.

Umsatzsteuererhöhung

Sollten die geplanten Änderungen so in Kraft treten, wird die Umsatzsteuererhöhung von 10 % auf 13 % bei 

  • lebenden Tieren,
  • Futtermitteln,
  • Saatgut und
  • Pflanzen

Beim Ab-Hof-Verkauf von Wein soll künftig auch der Steuersatz von 13 % anstatt der derzeitigen 12 % gelten.

Gleichzeitig soll für diese Umsätze der Durchschnittsteuersatz auf 13 % angehoben und die Zusatzsteuer für den Verkauf von bestimmten Getränken auf 7 % (statt bisher 8 %) gesenkt werden, wenn die Umsätze an einen Unternehmer für dessen Unternehmen erbracht werden.

Registrierkassenpflicht

Laut Begutachtungsentwurf sollen eine generelle Einzelaufzeichnungs- und Einzelerfassungspflicht von Barumsätzen sowie eine Belegerteilungspflicht kommen. Auch hier sind noch Änderungen möglich. Unzumutbar ist dies nur für Umsätze bis zu einem Jahresumsatz von € 30.000,00 je Betrieb, wenn die Umsätze von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten getätigt werden.

Die Verpflichtung zur Verwendung eines elektronischen Aufzeichnungssystems besteht ab einem Jahresumsatz von € 15.000,00 je Betrieb, wenn in überwiegender Anzahl (nicht Summe der Umsätze) Barumsätze getätigt werden.

Kunden müssen den Kassenzettel entgegennehmen und diesen mitnehmen bis sie außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten sind.
Geplantes Inkrafttreten: 1.1.2016
Die Registrierkassen sind mit technischen Sicherheitslösungen gegen Manipulation zu schützen.
Geplantes Inkrafttreten: 1.1.2017

Wird aufgrund der neuen Registrierkassenpflicht ein elektronisches Aufzeichnungssystem (wie z. B. eine elektronische Registrierkasse oder ein elektronisches Kassensystem) zwischen dem 1. März 2015 und dem 31. Dezember 2016 angeschafft, kann Folgendes in Anspruch genommen werden:

  • eine vorzeitige Abschreibung bis zu € 2.000,00 Anschaffungskosten
  • € 200,00 Anschaffungsprämie pro einzelne Einheit – sie ist im Rahmen der Steuererklärung für 2015 und 2016 zu beantragen

Stand: 29. Juni 2015

e135732
2015-06-29
Wieviel dürfen Studenten verdienen?
Viele Studenten nutzen den Sommer, um Geld zu verdienen.

Viele Studenten nutzen den Sommer, um Geld zu verdienen. Übersteigt das Entgelt allerdings eine gewisse Grenze, kann dies zum Verlust der Familienbeihilfe führen bzw. zu einer Rückzahlung des Stipendiums.

Familienbeihilfe

Erzielt ein Kind über 19 Jahre ab dem Kalenderjahr in dem das 20. Lebensjahr vollendet wird eigene Einkünfte, dürfen die zu versteuernden Einkünfte pro Jahr € 10.000,00 nicht übersteigen. Wenn das Jahreseinkommen höher ist, verringert sich die Familienbeihilfe um den Betrag, der die Grenze von € 10.000,00 übersteigt.

Berechnung des Einkommens:

Bruttogehalt (ohne Sonderzahlungen) abzüglich Sozialversicherungsbeiträge.

Hat der Student ein Semester keinen Anspruch auf Familienbeihilfe, wird das Einkommen in dieser Zeit nicht mitberechnet. Das kann z. B. vorkommen, wenn der Student für einen Studienabschnitt mehr Zeit braucht als vorgeschrieben. Nicht zum Einkommen zählen beispielsweise auch Studienbeihilfen, Waisenpensionen oder Kinderbetreuungsgeld.

Stipendium: Neue Zuverdienstgrenze seit 1.1.2015

Seit Jahresbeginn können zusätzlich zur Studienbeihilfe auch € 10.000,00 dazuverdient werden (davor: € 8.000,00), ohne dass es zu einer Kürzung der Beihilfe kommt. Die Zuverdienstgrenze erhöht sich für jedes unterhaltsberechtigte Kind je nach Alter des Kindes (mindestens € 2.988,00 je Kind).

Bei der Berechnung des Einkommens ist hier das Gesamtjahreseinkommen (inklusive Waisenpension, Kinderbetreuungsgeld usw.) heranzuziehen.

Vom Bruttoeinkommen (einschließlich Sonderzahlungen) werden abgezogen: Sozialversicherungsbeiträge, Sonderausgaben- und Werbungskostenpauschale.

Bereits bei der Berechnung der Studienbeihilfe muss das erwartete Einkommen geschätzt werden. Die Studienbeihilfe wird dann in dem Ausmaß gekürzt, in dem das Einkommen voraussichtlich die Grenze überschreitet. War das Einkommen höher als angegeben, kann es im Zuge der Nachverrechnung zu einer Rückforderung der Beihilfe kommen.

Stand: 29. Juni 2015

e135733
2015-06-29
Immobilienertragsteuer Hauptwohnsitz
Was gilt in der Land- und Forstwirtschaft, wenn das Wohngebäude an das Wirtschaftsgebäude angebaut ist?

Durch die Hauptwohnsitzbefreiung sind Veräußerung von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen samt Grund und Boden (bis zu 1.000 m2) befreit, wenn sie dem Veräußerer

  • ab der Anschaffung bis zur Veräußerung für mindestens zwei Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient haben oder
  • innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Veräußerung mindestens fünf Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient haben.

Befreit ist

  • das Eigenheim: ein Wohnhaus mit nicht mehr als zwei Wohnungen,
  • die Eigentumswohnung: eine Wohnung im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes oder eine vergleichbare ausländische Wohnung,

wenn mindestens 2/3 der Gesamtnutzfläche nahen Angehörigen dienen werden.

Was gilt in der Land- und Forstwirtschaft, wenn das Wohngebäude an das Wirtschaftsgebäude angebaut ist?

Eine Ausnahmeregelung gibt es für land- und forstwirtschaftliche Anwesen, wenn das Wohngebäude an das Wirtschaftsgebäude (z. B. Stall) angebaut ist und das Gebäude eine bauliche Einheit darstellt. Es müssen mindestens 20 % der Gesamtnutzfläche für Wohnzwecke genutzt werden, dann kann trotz baulicher Verbindung in folgenden Fällen von einem Wohngebäude ausgegangen werden:

  • An ein bestehendes Wirtschaftsgebäude wird ein Wohngebäude angebaut.
  • Wohn- und Wirtschaftsgebäude werden zusammen neu errichtet. Es muss trotz der baulichen Verbindung nach außen hin erkennbar sein, dass kein einheitliches Gebäude vorliegt.

Unschädlich sind immer Verbindungstüren oder ein als Verbindung dienender Vorraum.

Werden beide Teile in einem Gebäudeblock errichtet, das heißt sie haben z. B. ein einheitliches Dach oder eine einheitliche Fassade, können trotzdem zwei unterschiedliche Gebäude angenommen werden, wenn

  • eine Feuermauer zwischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude vorhanden ist,
  • eine Verschachtelung von Wohn- und Wirtschaftsräumen (z. B. im EG Wirtschaftsräume, im OG Wohnräume) nicht gegeben ist und
  • eine Zweckwidmung inwieweit Wohnräume oder Wirtschaftsräume vorliegen, aufgrund objektiver Kriterien eindeutig gegeben und auch nach außen hin erkennbar sind.

In den beschriebenen Fällen kann die 2/3-Grenze für eigene Wohnzwecke außer Acht gelassen werden, da von einem eigenen Wohngebäude auszugehen ist. Es besteht daher ein Anspruch auf die Hauptwohnsitzbefreiung, wenn alle sonstigen Voraussetzungen vorliegen.

Stand: 29. Juni 2015

e135734
2015-06-29
Was ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung?
Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben – das ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben – das ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

Es gilt das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Daher werden die Einnahmen und Ausgaben beim Zahlungszeitpunkt und nicht zum Zeitpunkt des Entstehens erfasst.

Auch wenn die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung angewendet wird, kann die Umsatzsteuerpauschalierung in Anspruch genommen werden. Die Einnahmen und Ausgaben müssen brutto (inklusive Umsatzsteuer) angesetzt werden.

Im Gegensatz zur doppelten Buchführung wird das Vermögen nicht extra erfasst – außer Anlagevermögen, das einer Wertminderung unterliegt, muss über die gesamte Nutzungsdauer hinweg aufgezeichnet werden.

Wenn der Gewinn freiwillig mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung berechnet wird, ist das für fünf Jahre bindend.

Vorteile einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Im Zuge der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung kann neben dem Grundfreibetrag auch der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag in Anspruch genommen werden.

Bei einer Pauschalierung steht nur der Grundfreibetrag zu. Verluste können drei Jahre vorgetragen werden (geplante Neuregelung Steuerreform 2015 aus dem Begutachtungsentwurf: Verluste sollen zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden können).

Wann müssen Landwirte den Gewinn durch eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln?

Nach der Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung 2015 müssen Landwirte grundsätzlich eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung machen,

  • wenn der jährliche Umsatz zwischen € 400.000,00 und € 550.00,00 (ab dem zweitfolgenden Jahr) liegt bzw.
  • bei einem Einheitswert zwischen € 130.000,00 und 150.000,00.

Stand: 29. Juni 2015

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Frühling 2015
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2015-03-27
Pauschalierung: Welche Grenzen sind seit Jahresbeginn zu beachten?
Seit 1.1.2015 gilt die Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung 2015.

Seit 1.1.2015 gilt die Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung 2015. Der Gewinn eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs kann nur mehr bis zu einem Einheitswert von maximal € 130.000,00 (früher: € 150.000,00) nach den Bestimmungen dieser Verordnung ermittelt werden.

Vollpauschalierung

Allgemeiner Anwendungsbereich

Der Gewinn ist mit 42 % (bisher: 39 %) des Einheitswerts zu ermitteln, wenn

  • der Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs nicht über € 75.000,00 (bisher: € 100.000,00) liegt,
  • die landwirtschaftliche Nutzfläche max. 60 Hektar beträgt,
  • max. 120 Vieheinheiten tatsächlich erzeugt oder gehalten werden (wird der Wert vorübergehend überstritten, kann auf Antrag die Vollpauschalierung weitergeführt werden).

Der forstwirtschaftliche Einheitswert darf € 11.000,00 nicht übersteigen.

Teilpauschalierung

Seit Jahresbeginn ist die Teilpauschalierung möglich, wenn

  • der Einheitswert über € 75.000,00 (bisher € 100.000,00) liegt, aber maximal € 130.000,00 (bisher: € 150.000,00) beträgt,
  • die oben angeführten Voraussetzungen überschritten werden,
  • die sozialversicherungsrechtliche Beitragsgrundlagenoption ausgeübt wird.

Bei einem Einheitswert unter € 75.000,00 ist eine freiwillige Option zur Teilpauschalierung möglich.

Die Betriebsausgaben sind grundsätzlich mit 70 % der Betriebseinnahmen anzusetzen, außer es trifft eine Sonderregelung zu. Bei Veredelungstätigkeiten (Haltung von Schweinen, Rindern, Schafen, Ziegen und Geflügel) sind damit zusammenhängende Betriebsausgaben mit einem Durchschnittssatz von 80 % inklusive USt anzusetzen.

Stand: 27. März 2015

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2015-03-27
Was ist bei einem Weinbuschenschank zu beachten?
Er kann ein unselbständiger Bestandteil des land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetriebs sein.

Wichtig beim Buschenschank ist, dass

  • er kein Nebenbetrieb des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ist und
  • die Umsätze nicht in die Grenze von € 33.000,00 einzurechnen sind.

Er kann ein unselbständiger Bestandteil des land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetriebs sein. Aufgrund der engen Verbindung gehört dann auch das Buschenschankbuffet dazu. Er ist lediglich eine besondere Form der Vermarktung des selbsterzeugten Weins und ist daher den Einnahmen aus dem Weinbau zuzurechnen.

Zum land- und forstwirtschaftlichen Betrieb gehört er allerdings nur, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen nicht überschritten werden, und alle gesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Ansonsten liegt ein eigener Gewerbebetrieb vor.

Gewerbeberechtigung

Ein Buschenschank, der den gesetzlichen Regelungen entspricht, ist von der Gewerbeordnung ausgenommen – es wird daher keine Gewerbeberechtigung benötigt.

Laut Gewerbeordnung bezeichnet man einen Buschenschank so: Der Ausschank von Wein und Obstwein, Trauben- und Obstmost, Trauben- und Obstsaft sowie selbst gebrannten, geistigen Getränken durch die Besitzer von Wein- und Obstgärten – soweit diese ihre eigenen Erzeugnisse anbieten.

Neben diesen Getränken dürfen auch kalte Speisen, Mineralwasser und kohlensäurehaltige Getränke verkauft werden. Als Besitzer gilt auch ein Pächter. Neben der Gewerbeordnung muss der Buschenschank auch den Regelungen im Buschenschank-Gesetz entsprechen, das jedes Bundesland individuell regelt.

Achtung: Wird der Buschenschank durch die Gewerbebehörde als Ausübung eines Gastgewerbes eingestuft, so sind die Einkünfte keinesfalls der Land- und Forstwirtschaft zuzuordnen.

Ist der Buschenschank Teil des landwirtschaftlichen Betriebs?

Die Einnahmen aus dem Buschenschank zählen zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, wenn der Zukauf von fremden Erzeugnissen nicht mehr als 25 % vom Umsatz aus dem Weinverkauf und dem Buschenschank beträgt (und die Vorschriften der Gewerbeordnung sowie der jeweiligen Buschenschank-Landesgesetze eingehalten werden). Die angebotenen Speisen und Getränke müssen auch zum sofortigen Verzehr vor Ort bestimmt sein.

Achtung: Damit die Zukaufshöhe belegt werden kann, sollten die zugehörigen Einkaufsrechnungen aufbewahrt werden.

Abweichend davon gelten beim Weinbau noch spezielle Zukaufsgrenzen. Es ist auch dann ein einheitlicher Weinbaubetrieb anzunehmen, wenn die Einkaufsmenge des Zukaufs nicht mehr als 2.000 kg frische Weintrauben oder insgesamt 1.500 l Wein aus frischen Weintrauben pro Hektar bewirtschafteter Betriebsfläche beträgt.

Werden diese Werte überschritten, ist hinsichtlich des Betriebes ein einheitlicher Gewerbebetrieb anzunehmen, sofern aus der Art der Betriebsführung eine Nachhaltigkeit zu erwarten ist.

Gewinnermittlung beim Weinbau

Der Gewinn aus dem Weinbau ist grundsätzlich durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermitteln. Wobei 70 % der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abgezogen werden können. Es müssen allerdings mindestens € 5.000,00 pro Hektar Weingarten angesetzt werden. Das gilt laut Land- und Forstwirtschaft-Pauschalierungsverordnung 2015 (davor: € 4.400,00).

Beträgt die weinbaulich genutzte Fläche höchstens 60 Ar und treffen die anderen Voraussetzungen zur Anwendung der Vollpauschalierung zu, kann die gesonderte Ermittlung des Weinbaus unterbleiben. Wird der Gewinn mittels Vollpauschalierung ermittelt, so sind die Einkünfte aus dem Buschenschank gesondert mittels Teilpauschalierung zu berechnen (es gelten die im Absatz davor beschriebenen Regelungen).

Umsatzsteuer und Zusatzsteuer

Nicht buchführungspflichtige Land- und Forstwirte, deren Umsätze nicht über € 400.000,00 liegen, können die Umsatzsteuer in Form von Durchschnittssätzen ermitteln. Der anzuwendende Umsatzsteuersatz für Speisen beträgt bei diesen Land- und Forstwirten daher beim

  • Verkauf an Nichtunternehmer: 10 %
  • Verkauf an Unternehmer für dessen Unternehmen: 12 %.

Für alle Getränke, die beim Buschenschank verkauft werden, liegt der Steuersatz bei 20 % (durch die Zusatzsteuer von 10 bzw. 8 %).

Achtung: Aufgrund der unterschiedlichen Steuersätze müssen die Umsätze von Speisen und Getränken getrennt aufgezeichnet werden.

Gewerblicher Buschenschank

Bei einem gewerblichen Buschenschank liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor. Je nach Rechtsform und Umsatzhöhe wird der Gewinn entweder mittels Bilanzierung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder einer Pauschalierung ermittelt.

Ausführliche Beratung

Wenn Sie einen Buschenschank betreiben, ist eine umfangreiche, individuelle Beratung sehr wichtig. Die Regelungen sind sehr umfassend – insbesondere weil hier mehrere Gesetze betroffen sind. Der Artikel kann daher nur die Grundzüge erklären und nicht alles bis ins letzte Detail.

Stand: 27. März 2015

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2015-03-27
Vermietung von Zimmern mit Frühstück
Einnahmen aus einer Zimmervermietung werden nicht dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zugeordnet.

Allein aufgrund der Bezeichnung „Urlaub am Bauernhof“ werden die Einnahmen aus einer Zimmervermietung nicht dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zugeordnet. Eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit liegt nur vor, wenn die für einen Bauernhof typischen Einrichtungen vorhanden sind.

Ansonsten gehört die Vermietung nach dem Einkommensteuerrecht entweder zu den Einkünften

  • aus Gewerbebetrieb oder
  • aus Vermietung und Verpachtung.

Eine Unterscheidung ist wichtig, weil je nach Einkunftsart unterschiedliche gesetzliche Regelungen anzuwenden sind.

Wir informieren Sie gerne näher

Bei der Zimmervermietung gibt es sehr viele unterschiedliche Varianten, deshalb informiert dieser Artikel nur vereinfacht über die Grundlagen. Schwierig ist vor allem auch die Beurteilung, wenn Mischformen aus Zimmer- und Appartementvermietungen vorliegen. Diesen Bereich umfasst dieser Artikel nicht.

Wenn Sie Zimmer oder Appartements vermieten, empfehlen wir unbedingt eine persönliche Beratung, damit wir Ihre individuelle Situation beurteilen können.

Wann liegen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft vor?

Vermietung inklusive Nebenleistung

Die Umsätze aus der Zimmervermietung zählen dann zum land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, wenn bis zu zehn Fremdenbetten inklusive Nebenleistungen vermietet werden, wie z. B. ein Frühstück oder Reinigung der Räume. Typisch für einen „Urlaub am Bauernhof“ sind auch Nebenleistungen, wie beispielsweise Produktverkostungen, „Mitarbeit der Gäste“, Besichtigung des Betriebs, Zugang zu den Stallungen.

Die Zimmer müssen nicht unbedingt an Urlaubsgäste vermietet werden, sondern z. B. auch an Arbeiter.

Gewinnermittlung bei einem land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerb

Der Gewinn aus der Zimmervermietung muss mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt werden. Pauschalierte Land- und Forstwirte können als Betriebsausgaben 50 % der Betriebseinnahmen ansetzen – sowohl bei Voll- als auch bei Teilpauschalierung.

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bzw. Gewerbebetrieb

Gewerbebetrieb

Bei einer Vermietung von mehr als zehn Fremdenbetten inklusive Nebenleistungen handelt es sich um eine gewerbliche Zimmervermietung.

Vermietung und Verpachtung

Die reine Vermietung von Ferienzimmern oder Ferienwohnungen ohne Verpflegungsangebot, Reinigung oder sonstigen Nebenleistungen fällt unter Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, solange sie nur von geringem Ausmaß ist (ansonsten ist eine gewerbliche Tätigkeit gegeben). Werden mehr als fünf Appartements vermietet, liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor.

Stand: 27. März 2015

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2015-03-27
2015 – neu für Bauern
Mit Jahresbeginn wurde der Eigenanteil des Versicherten auf 17 % (davor: 16,5 %) erhöht.

Pensionsversicherung

Mit Jahresbeginn wurde der Eigenanteil des Versicherten auf 17 % (davor: 16,5 %) erhöht. Der erhöhte Beitrag wird erstmalig Anfang April (für das 1. Quartal 2015) vorgeschrieben. Grundsätzlich beträgt der Beitragssatz in der Pensionsversicherung nach allen Sozialversicherungsgesetzen 22,8 %. Bei den Bauern setzt sich der Beitrag aber aus einem Eigenanteil des Versicherten und einer Leistung des Bundes zusammen. Der Eigenanteil wurde nun erhöht.

Unfallversicherung

Seit Jahresbeginn ist es möglich, eine Selbstversicherung in der Unfallversicherung nach dem BSVG (Bauern-Sozialversicherungsgesetz) unter anderem auch für Lebensgefährten, Pflegekinder und unter bestimmten Voraussetzungen auch für pflegende Angehörige abzuschließen. Der monatliche Beitrag liegt bei € 10,51. Die Selbstversicherung beginnt mit dem auf den Beitritt folgenden Tag – nicht rückwirkend.

Schul- oder Berufsausbildung

Im Zuge des Sozialversicherungs-Anpassungsgesetzes wurde klargestellt, dass in der Zeit, in der Kinder eine Schul- bzw. Berufsausbildung machen oder studieren, keine hauptberufliche Beschäftigung im elterlichen Betrieb vorliegen kann (Ausnahme: land- und forstwirtschaftliche Heimpraxis oder Heimlehre). Damit ist die Nachentrichtung von verjährten Beiträgen zur Pensionsversicherung in diesen Zeiten ausgeschlossen.

Erhöhter Pflegebedarf

Für die Pflegegeldstufe 1 muss der durchschnittliche monatliche Pflegebedarf mehr als 65 Stunden (vor Jahresbeginn: 60 Stunden) betragen. Der durchschnittliche Pflegebedarf für die Stufe 2 muss über 95 Stunden liegen (vor 1.1.2015: 85 Stunden). Diese Änderung betrifft alle Anträge, die am 1.1.2015 gestellt werden. Mit 1.1.2016 kommt eine Pflegegelderhöhung um 2 % in allen Pflegegeldstufen.

Stand: 27. März 2015

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2015-03-27
Lieferungen ins EU-Ausland
Was ist eine innergemeinschaftliche Lieferung?

Was ist eine innergemeinschaftliche Lieferung?

Wenn ein Unternehmer einen Gegenstand an einen anderen Unternehmer innerhalb der Europäischen Union liefert, wird das als innergemeinschaftliche Lieferung bezeichnet. Diese Lieferungen sind unter gewissen Umständen von der Umsatzsteuer befreit.

Innergemeinschaftliche Lieferung bei einem pauschalierten Landwirt

Tätigt aber ein pauschalierter Landwirt eine solche Lieferung, sind bestimmte Regeln zu beachten. Der pauschalierte Landwirt kann nicht steuerfrei liefern. Er muss 12 % Umsatzsteuer in Rechnung stellen, wenn die Lieferung als im Inland ausgeführt gilt. Die Umsatzsteuer muss nicht an das Finanzamt abgeführt werden. Ist der ausländische Kunde zum Vorsteuerabzug berechtigt, kann er sich die Steuer im Zuge der Vorsteuerrückerstattung zurückholen.

Achtung: In bestimmten Fällen kommt die sogenannte Versandhandelsregelung zur Anwendung. Dann sind unter Umständen die im jeweiligen Bestimmungsland gültigen Lieferschwellen zu beachten (z.B. Deutschland: € 100.000,00; Italien: € 35.000,00).

UID-Nummer

In diesem Fall benötigt auch ein pauschalierter Landwirt eine UID-Nummer (Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer). Dies ist eine spezielle Steuernummer, die hauptsächlich bei Geschäftsbeziehungen mit Unternehmern in anderen EU-Staaten benötigt wird. Sie wird pauschalierten Landwirten auf Antrag erteilt, wenn sie eine UID-Nummer für innergemeinschaftliche Lieferungen benötigen. Die Rechnung muss sowohl die eigene als auch die UID-Nummer des ausländischen Abnehmers enthalten.

Zusammenfassende Meldung

Der Land- und Forstwirt muss auch eine Zusammenfassende Meldung (ZM) abgeben. Die ZM erfasst, welche Waren und Dienstleistungen von Österreich in andere EU-Mitgliedstaaten gelangt sind bzw. erbracht wurden. Die darin enthaltenen Informationen tauschen die Finanzverwaltungen der EU-Mitgliedstaaten untereinander aus. Die Zusammenfassende Meldung ist in elektronischer Form zu übermitteln.

Stand: 27. März 2015

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Winter 2014/2015
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2014-12-22
Übertragungen von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken
Wenn ein land- und forstwirtschaftliches Grundstück seinen Besitzer wechselt, muss in der Regel Grunderwerbsteuer bezahlt werden.

Im Familienverband

Wenn ein land- und forstwirtschaftliches Grundstück seinen Besitzer wechselt, muss in der Regel Grunderwerbsteuer bezahlt werden. Wenn das Grundstück im engsten Familienverband übertragen wird, wird die Grunderwerbsteuer vom Einheitswert berechnet – sowohl bei entgeltlichen als auch bei unentgeltlichen Übertragungen.

Zur engsten Familie zählen Ehegatte bzw. eingetragene Partner, Eltern (auch Großeltern, nicht Schwiegereltern) und Kinder (auch Stief-, Wahl- und Schwiegerkinder). Für Übertragungen innerhalb dieses Familienkreises beträgt der Steuersatz 2 %.

Ab dem 1.1.2015 ist bei Übertragungen von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken im begünstigten Familienkreis die Bemessungsgrundlage der einfache Einheitswert (von 30.6.2014 - 31.12.2014 der dreifache Einheitswert).

Was ist zu tun, wenn Sie noch keinen neuen Einheitswertbescheid erhalten haben?

Solange Sie noch keinen neuen Einheitswertbescheid erhalten haben, kann die Grunderwerbsteuer auf Basis des alten Einheitswertes berechnet werden. Sobald der neue Einheitswertbescheid rechtskräftig ist, muss dann die Grunderwerbsteuer rückwirkend neu berechnet werden.

Übertragungen außerhalb des engsten Familienkreises

Wird ein Grundstück außerhalb dieses definierten Familienkreises erworben, gilt der Wert der Gegenleistung als Bemessungsgrundlage. Wenn keine Gegenleistung besteht (wie z.B.  bei einer Schenkung) oder die Gegenleistung geringer ist als der gemeine Wert, ist die Bemessungsgrundlage der gemeine Wert (Verkehrswert). Hier beträgt der Steuersatz 3,5 %.

Freibetrag

Der Freibetrag von € 365.000,00 steht bei unentgeltlichen Betriebsübertragungen zu, wenn diese innerhalb des Familienverbandes erfolgt. Als unentgeltlich gilt die Übertragung dann, wenn

  • keine Gegenleistung besteht bzw. nicht zu ermitteln ist oder
  • der Wert der Gegenleistung geringer als der einfache Einheitswert ist (gilt für land- und forstwirtschaftliche Übertragungen ab 1.1.2015) oder
  • die Gegenleistung geringer als 30 % des (nachgewiesenen) gemeinen Wertes ist.

Stand: 22. Dezember 2014

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2014-12-22
„Direktvermarktung“: Welche Produkte fallen unter die Urproduktion?
Was ist ein Urprodukt?

Für steuerliche Zwecke muss unterschieden werden, ob die verkauften Produkte

  • Urprodukte sind oder
  • vor dem Verkauf be- und/oder verarbeitet wurden.

Einnahmen aus dem Verkauf von land- und forstwirtschaftlichen Urprodukten zählen zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft. Bei der Be- und/oder Verarbeitung fallen die Einnahmen entweder unter die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft oder aus Gewerbebetrieb.

Was ist ein Urprodukt?

Als Urprodukt gilt das erste marktfähige Erzeugnis, das

  • im Rahmen des pflanzlichen bzw. tierischen Produktionsprozesses
  • im Wesentlichen mit Hilfe der Naturkräfte

entsteht. Allerdings ist die Abgrenzung im Steuerrecht nicht mehr so eindeutig – z.B. ist Wein im steuerlichen Sinn ein Urprodukt, obwohl die Weintrauben erst verarbeitet werden müssen, damit Wein entsteht. In den Einkommensteuer-Richtlinien gibt es einen Urprodukt-Katalog anhand dessen festgestellt werden kann, ob es sich um Be- und/oder Verarbeitung oder um Urproduktion handelt.

Besteuerung

Die „Direktvermarktung“ von Urproduktion ist für vollpauschalierte Betriebe von der Pauschalierung umfasst.
Der Gewinn aus der Be- und/oder Verarbeitung zählt nur zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, solange es sich um einen land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerb handelt.

Ein land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb liegt dann vor, wenn die Tätigkeit dem Hauptbetrieb wirtschaftlich untergeordnet ist. Wird bloß eine Be- und/oder Verarbeitung betrieben, liegt diese Unterordnung vor, wenn die Einnahmen daraus € 33.000,00 (inkl. USt) jährlich nicht übersteigen.

Gewinne aus dem land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerb aus der Be- und/oder Verarbeitung sind durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermitteln. Die Betriebsausgaben sind zwingend mit 70 % der Betriebseinnahmen (inkl. USt) anzusetzen.

Sind die Voraussetzungen für den land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerb nicht gegeben, so liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor, die gesondert von den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zu versteuern sind.

Stand: 22. Dezember 2014

e135742
2014-12-22
Unternehmenswechsel: Rückzahlung von Vorsteuerbeträgen
Bei einem Unternehmenswechsel, kann es zu Rückzahlungen von Vorsteuerbeträgen kommen.

Bei einem Unternehmenswechsel, wie beispielsweise bei Hofübergaben, Verpachtungen, Fruchtgenussverträgen oder Ähnlichem, kann es zu Rückzahlungen von Vorsteuerbeträgen aus in der Vergangenheit getätigten Investitionen kommen. Wenn dieses Thema für Sie in der nächsten Zeit interessant ist, dann ist eine steuerliche Beratung unerlässlich.

Stand: 22. Dezember 2014

e135743
2014-12-22
Was müssen Pensionspferdehalter in der Umsatzsteuer beachten?
Land- und Forstwirte dürfen die Umsatzsteuer pauschal ermitteln, wenn die nötigen Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Land- und Forstwirte dürfen die Umsatzsteuer pauschal ermitteln, wenn die nötigen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Wenn die Umsatzsteuer nach Durchschnittssätzen ermittelt wird, werden die Vorsteuerbeträge in derselben Höhe festgesetzt. Dadurch entsteht weder eine Zahllast noch ein Vorsteuerüberschuss.

Die Umsätze aus der Pensionspferdehaltung von Pferden, die von ihren Eigentümern zur Ausübung von Freizeitsport oder selbständigen oder gewerblichen, nicht land- und forstwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden, sind nicht mehr von der Umsatzsteuerpauschalierung erfasst. Von solchen Nettoeinnahmen sind daher 20 % Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.

Vorsteuer

Werden betriebliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Pferdepensionshaltung getätigt, besteht das Recht auf einen Vorsteuerabzug (wenn im Rechnungsbetrag Vorsteuer enthalten ist). Bei Anschaffungen, die sowohl in der umsatzsteuerpauschalierten Landwirtschaft als auch für die Pferdepensionshaltung gekauft werden, ist die Vorsteuer im Verhältnis der tatsächlichen Verwendung aufzuteilen. Achtung: Das Recht auf einen Vorsteuerabzug besteht nur, wenn eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt!

Vorsteuerpauschalierung

Es besteht weiters auch die Möglichkeit, pauschal € 24,00 pro Monat und pro Pferd von den Aufwendungen als Vorsteuer abzuziehen – statt der tatsächlich angefallenen Vorsteuer (ab der Veranlagung für das Jahr 2015 gilt: wenn die Umsatzgrenze von € 400.000,00 nicht überschritten wird).

In diesem Fall ist bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern keine Aufteilung zu machen. Zusätzlich zum Pauschale kann Vorsteuer von den Anschaffungs- und Herstellungskosten (keine Instandhaltungskosten) von unbeweglichem Anlagevermögen, z.B. Gebäude, Reitwege oder Reitplätze, abgezogen werden.

Wird die Vorsteuer von diesen Aufwendungen pauschal ermittelt, sind die Aufwendungen daraus nicht aufzuzeichnen. Eine Aufzeichnungspflicht besteht allerdings für Einnahmen aus der Pferdeeinstellung und für die Anzahl der eingestellten Pferde (genauer Zeitraum: von/bis). Pferdepensionshalter, die die Vorsteuerpauschalierung in Anspruch nehmen wollen, müssen schriftlich einen Antrag beim Finanzamt stellen – auch möglich über FinanzOnline. Sie sind dann mindestens zwei Jahre daran gebunden.

Kleinunternehmer

Unternehmer bis zu einem Umsatz von € 30.000,00 gelten im Umsatzsteuerrecht als sogenannte Kleinunternehmer. Sie dürfen keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen – können sich aber auch keine Vorsteuer abziehen. Bei pauschalierten Land- und Forstwirten wird die Umsatzgrenze mit 1,5 % des Einheitswertes geschätzt. Dazu kommen noch alle Umsätze, die nicht von der Vollpauschalierung erfasst sind (z.B. Be- und Verarbeitung)

Stand: 22. Dezember 2014

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2014-12-22
Welche Unterlagen kann ich heuer entsorgen?
Wie lange müssen Sie Ihre Buchhaltungsbelege, Rechnungen usw. aufbewahren?

Sie möchten Platz schaffen für Ihre neuen Unterlagen und fragen sich jetzt, wie lange Sie Ihre Buchhaltungsbelege, Rechnungen usw. aufbewahren müssen? Grundsätzlich beträgt die Frist für steuerliche Zwecke sieben Jahre. Das heißt, Sie dürfen ab 1.1.2015 Akten und Belege aus dem Jahr 2007 (oder älter) wegwerfen.

Teilpauschalierung

Teilpauschalierte Land- und Forstwirte müssen die Einnahmen laufend aufzeichnen. Auch sie müssen die Aufzeichnungen und die zugehörigen Belege sieben Jahre aufbewahren.

Ausnahmen von der Siebenjahresfrist

Einige Unterlagen müssen allerdings länger aufbewahrt werden. Dazu zählen z.B.

  • Unterlagen, die relevant sind für ein anhängiges Berufungsverfahren oder gerichtliches/behördliches Verfahren.
    Hier gilt: Sie sollten so lange verfügbar sein, so lange das Verfahren dauert.
  • Ebenfalls ein Sonderfall ist ein vorläufiger Bescheid. Die Frist beginnt immer erst dann zu laufen, wenn Sie einen endgültigen Bescheid erhalten haben.
  • Aufzeichnungen über bestimmte Grundstücke müssen 22 Jahre lang aufbewahrt werden.

Beispiele für spezielle Aufbewahrungspflichten für Land- und Forstwirte

Die Förderperiode zum ÖPUL 2007 läuft zwar aus, aber der Betriebsinhaber hat alle Unterlagen, die für die Förderung relevant sind, zehn Jahre lang aufzubewahren. Die Laufzeit beginnt mit dem Ende des letzten Verpflichtungsjahres. Diese Aufzeichnungsfrist gilt auch für die neue Förderperiode ÖPUL 2015.

Achtung ab 1.1.2015 beginnt die gesetzliche Verpflichtung zur betriebsbezogenen Aufzeichnung der Stickstoffdüngung. Die Aufbewahrungspflicht für diese Unterlagen beträgt sieben Jahre.

Stand: 22. Dezember 2014

e135745
2014-12-22
Beitragsgrundlagenoption
Bei Land- und Forstwirten wird die Sozialversicherung in der Regel nach dem Einheitswert festgelegt.

Bei Land- und Forstwirten wird die Sozialversicherung in der Regel nach dem Einheitswert festgelegt. Es ist aber auch möglich, die Berechnung nach den tatsächlichen Einkünften laut Steuerbescheid durchführen zu lassen. In diesem Fall empfehlen wir eine fachkundige Beratung.

„Große Option“

Wenn ein Land- und Forstwirt diese sogenannte „große“ Option wählt, wird die Beitragsgrundlage (für den gesamten Betrieb) von den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft aus dem Einkommensteuerbescheid ermittelt. Das heißt, die Option gilt auch für alle Nebentätigkeiten. Der Antrag muss bis zum 30.4. des Folgejahres bei der Sozial-versicherungsanstalt der Bauern eingelangt sein.

Achtung

Für Land- und Forstwirte, die die „große“ Option in Anspruch nehmen, ist die Gewinnermittlung mittels Vollpauschalierung nicht mehr möglich – nur Teilpauschalierung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Buchführung. Mit der „großen“ Option ändert sich daher unter Umständen auch die Gewinnermittlung in der Einkommensteuer.

Ein Ausstieg aus der Option ist nicht vorgesehen. Das ist nur unter gewissen Voraussetzungen möglich, wenn etwa wesentliche Betriebszweige gewechselt werden, wie z.B. der Beginn einer „Direktvermarktung“.

„Kleine Option“

Bei der sogenannten „kleinen“ Option erfolgt nur die Beitragsberechnung der Nebentätigkeiten bzw. -betriebe nach den tatsächlichen Einkünften laut Einkommensteuerbescheid. Die Beiträge für den Flächenbetrieb werden dabei weiterhin pauschal vom Einheitswert bemessen. Auch dieser Antrag ist spätestens bis zum 30.4. einzubringen. Diese Option gilt mindestens für ein Jahr und kann jeweils wieder bis zum nächsten 30.4. (des dem Beitragsjahr folgenden Jahres) widerrufen werden

Stand: 22. Dezember 2014

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2014-12-22
Zukäufe eines Winzers
Entscheidung des Unabhängigen Finanzsenats zur Überschreitung der Zukaufsgrenzen beim Weinbau.

Entscheidung des Unabhängigen Finanzsenats zur Überschreitung der Zukaufsgrenzen beim Weinbau

Grenzen beim Zukauf

Laut dem Bewertungsgesetz ist ein einheitlicher land- und forstwirtschaftlicher Betrieb dann anzunehmen, wenn der Einkaufswert des Zukaufs fremder Erzeugnisse (z.B. Lebensmittel) nicht mehr als 25 % des Umsatzes des Betriebs beträgt. Abweichend davon ist beim Weinbau auch dann ein einheitlicher Weinbaubetrieb anzunehmen, wenn die Einkaufsmenge des Zukaufs nicht mehr beträgt als:

  • 2.000 kg frische Weintrauben (der Unterposition 0806 10 der Kombinierten Nomenklatur) oder
  • insgesamt 1.500 l Wein aus frischen Weintrauben (Unterposition 2204 21 und 2204 29 Kombinierte Nomenklatur) sowie
  • Traubenmost (Unterposition 2204 30 Kombinierte Nomenklatur), je-weils pro Hektar bewirtschafteter Betriebsfläche.

Werden diese Werte überschritten, ist hinsichtlich des Betriebes ein einheitlicher Gewerbebetrieb anzunehmen, sofern aus der Art der Betriebsführung eine Nachhaltigkeit zu erwarten ist.

Nachhaltige Überschreitung

Zur Beurteilung, ab wann eine nachhaltige Überschreitung der Grenzen gegeben ist, bezieht sich der UFS auf die Einkommensteuerrichtlinien. Es ist auch das laufende Jahr miteinzubeziehen und eine Vorschau zu machen. Ab dem dritten Jahr, in dem die Zukäufe über den Grenzen liegen, ist von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen. Außer die Zukäufe sind aus nicht einkalkulierbaren Ernteausfällen (wie z.B. Frostschäden) entstanden oder es kann glaubhaft gemacht werden, dass die Überschreitung nur vorübergehend war. Wird die Zukaufsgrenze nachhaltig überschritten und ergibt sich die Nachhaltigkeit aus der Art der Betriebsführung, ist ab dem darauffolgenden Kalenderjahr ein einheitlicher Gewerbebetrieb anzunehmen – z.B. wenn ein Kundenkreis beworben wird, den die eigene Produktion nicht mehr decken kann. Werden die Grenzen nachhaltig überschritten, liegen hinsichtlich des Weinbaus Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor.

UFS-Entscheidung

In der konkreten Entscheidung waren die Zukäufe deutlich über den Grenzen – auch Nachhaltigkeit war gegeben. Für den UFS lag daher kein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb sondern ein Gewerbebetrieb (nicht nur für den Buschenschank, sondern auch für den Weinbau) vor. Daher durfte auch in der Umsatzsteuer die Pauschalregelung für Land- und Forstwirte nicht angewendet werden.

Stand: 22. Dezember 2014

e135747
2014-12-22
Soll ich investieren oder nicht?
Sehr teure Investitionen können die zukünftige Lage Ihres land- und forstwirtschaftlichen Betriebs wesentlich beeinflussen.

Sehr teure Investitionen können die zukünftige Lage Ihres land- und forstwirtschaftlichen Betriebs wesentlich beeinflussen. Hohe finanzielle Mittel sind danach meist längerfristig gebunden. Wenn es zu Umsatzeinbrüchen kommt, können unter Umständen Liquiditätsengpässe entstehen.

Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung stellt eine rationale Entscheidungshilfe dar. Durch das Sammeln der Daten, die für die Berechnung nötig sind, muss man sich ausführlich mit den verschiedenen Entscheidungsszenarien befassen. Daher kann allein schon die Beschaffung der Informationen und das Durcharbeiten die Sicherheit erhöhen, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde.

Bei den Investitionsrechnungen wird unterschieden in statische und dynamische Methoden. Zu den statischen gehören die Kostenvergleichs-, die Gewinnvergleichs-, die Rentabilitätsvergleichs- und die statische Amortisationsrechnung. Bei den statischen Rechnungen wird immer nur eine Periode zur Berechnung herangezogen. Daher ist die Aussagekraft der Methode eher kritisch. Andererseits sind die Informationen einfacher zu beschaffen.

Die dynamischen Investitionsrechnungen kalkulieren mit ein, dass die Ein- und Auszahlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen und sich auf den gesamten Nutzungszeitraum beziehen. Die Beschaffung der Daten ist zwar schwieriger, die Ergebnisse sind aber aussagekräftiger. Zu den dynamischen Methoden gehören die Kapitalwert-, die interne Zinsfuß- und die Annuitätenmethode.

Stand: 22. Dezember 2014

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Herbst 2014
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2014-09-26
Beeinflusst eine Änderung des Einheitswertes die Gewinnermittlung?
In den nächsten Monaten werden die ersten Bescheide über die neuen Einheitswerte verschickt.

Neuer Einheitswertbescheid

In den nächsten Monaten werden die ersten Bescheide über die neuen Einheitswerte verschickt. Beschwerden sind innerhalb eines Monats ab der Zustellung des Bescheids zu erheben. In Kraft treten werden die neuen Einheitswerte mit 1.1.2015.

Vollpauschalierung ab 1.1.2015

Ob der Gewinn mittels Vollpauschalierung berechnet werden darf, ist (neben anderen Voraussetzungen) auch von der Höhe des Einheitswerts abhängig. Die Höchstgrenze ist ein Einheitswert von € 75.000,00 ab 1.1.2015 (davor: € 100.00,00). Der forstwirtschaftliche Einheitswert darf € 11.000,00 nicht übersteigen.

Auch für die Ermittlung des Gewinns ist der Einheitswert wichtig. Der Gewinn beträgt 42 % ab 1.1.2015 (davor: 39 %) des maßgeblichen Einheitswertes. Daneben sind noch bestimmte Betriebsausgaben abzugsfähig, z.B. Schuldzinsen.

Unter Umständen kann es daher, nach der Feststellung des neuen Einheitswertes, vorteilhaft sein, von der Vollpauschalierung zu einer anderen Gewinnermittlungsart zu wechseln. Überschreitet der neue Einheitswert die Grenze muss die Gewinnermittlungsart gewechselt werden.

Andere Gewinnermittlungsarten

Neben der Vollpauschalierung gibt es auch die Teilpauschalierung. Sie ist eine spezielle Form der Einnahmen/Ausgaben-Rechnung (EAR). Bei der EAR werden die Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt. Wird die Teilpauschalierung angewendet, so betragen die Ausgaben 70 bzw. 80 % der Betriebseinnahmen. Neben anderen Voraussetzungen ist auch sie nur bis zu einer gewissen Einheitswerthöhe möglich – max. darf der Einheitswert € 130.000,00 betragen.

Liegt der Einheitswert zwischen € 130.000,00 und € 150.000,00 muss eine Einnahmen/Ausgaben-Rechnung gemacht werden.

Eine weitere Form der Gewinnermittlung ist der Betriebsvermögensvergleich. Diese Form der Gewinnermittlung muss angewendet werden, wenn der Einheitswert über € 150.000,00 liegt bzw. der Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren höher als € 550.000,00 ist. (Für die Anwendung der Voll- und Teilpauschalierung gelten andere Regelungen zur Umsatzgrenze)

Beratung

Sie können jederzeit nach Erhalt des neuen Einheitswertbescheids einen Beratungstermin mit uns vereinbaren, um die geänderten Voraussetzungen zu besprechen.

Stand: 26. September 2014

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2014-09-26
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft oder aus Gewerbebetrieb?
Warum ist diese Unterscheidung nötig?

Warum ist diese Unterscheidung nötig?

Bei der Ermittlung des Einkommens wird im Steuerrecht zwischen sieben Einkunftsarten unterschieden. Diese sind unterteilt in drei betriebliche und vier außerbetriebliche Einkunftsarten.

Sieben Einkunftsarten
Betriebliche EinkünfteAußerbetriebliche Einkünfte
Land- und Forstwirtschaft Nichtselbstständige Arbeit
Gewerbebetrieb Kapitalvermögen
Selbstständige Arbeit Vermietung und Verpachtung
  Sonstige Einkünfte

Wie das Ergebnis ermittelt wird, richtet sich auch danach, unter welche Einkunftsart die Einkünfte fallen.

Beispiel: Eine land- und forstwirtschaftliche Pauschalierung kann nur bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft angewendet werden und nicht bei Einkünften aus Gewerbebetrieb. Die Einkünfte unterliegen dann auch nicht mehr der Sozialversicherung der Bauern sondern der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft.

Deshalb muss festgestellt werden, unter welche Einkunftsart die Einkünfte fallen, bevor das betriebliche Ergebnis ermittelt werden kann.

Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

Zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zählen alle Einkünfte aus

  • dem Betrieb von Land- und Forstwirtschaft und dem Wein-, Garten-, Obst-, Gemüsebau sowie aus allen Betrieben, die Pflanzen mit Hilfe der Naturkräfte gewinnen.
  • Tierzucht- und Tierhaltungsbetrieben
  • Binnenfischerei, Fischzucht, Teichwirtschaft sowie aus Bienenzucht
  • Jagd, wenn diese mit dem Betrieb einer Land- oder einer Forstwirtschaft in Zusammenhang steht.

Es zählen auch die Einkünfte aus einem Nebenbetrieb (z.B. Molkerei, Sägewerk) oder eine Nebentätigkeit (z.B. Privatzimmervermietung) dazu.

Nebenbetrieb

Der Nebenbetrieb ist dazu bestimmt, einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zu dienen. Es wird nochmals unterschieden in Be- und Verarbeitungsbetriebe und Substanzbetriebe.

Ein Be- und Verarbeitungsbetrieb ist z.B. eine Molkerei oder ein Sägewerk. Hier geht man von einem einheitlichen landwirtschaftlichen Betrieb aus, wenn der Einkaufswert der zugekauften Erzeugnisse nicht mehr als 25 % des betrieblichen Umsatzes ausmacht.

Bei einem Weinbaubetrieb dürfen nicht mehr als 2.000 kg Trauben oder 1.500 l Wein- bzw. Traubenmost pro Hektar bewirtschafteter Fläche zugekauft werden.

Substanzbetriebe sind z.B. Betriebe, die Sand abbauen oder Humus erzeugen. Von der abgebauten Substanz muss mehr im eigenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb verwendet als verkauft werden.

Sind bei dem Be- und Verarbeitungsbetrieb oder bei dem Substanzbetrieb die Voraussetzungen für einen Nebenbetrieb nicht gegeben, so wird ein Gewerbebetrieb begründet.

Nebentätigkeit

Die Nebentätigkeit ist an sich keine land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit. Sie steht aber in engem Zusammenhang mit der Haupttätigkeit und hat eine untergeordnete wirtschaftliche Bedeutung.

Diese besteht bei pauschalierten Land- und Forstwirten (ohne weiteren Nachweis), wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • Land- und forstwirtschaftlich genutzte Fläche: mindestens 5 ha
  • Weinbaulich oder gärtnerisch genutzte Fläche: mindestens 1 ha
  • Die Einnahmen aus der Nebentätigkeit und Be-/Verarbeitung liegen nicht über € 33.000,00 (wird diese Grenze überstiegen, muss ein Nachweis erbracht werden, dass eine wirtschaftliche Unterordnung vorliegt).

Stand: 26. September 2014

e135750
2014-09-26
Umsatzsteuer-Durchschnittssatzbesteuerung
Wird die Grenze in zwei aufeinander folgenden Jahren überschritten, ist die Umsatzsteuer nach den allgemein gültigen Regeln zu berechnen.

Nicht buchführungspflichtige Unternehmer, deren im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes ausgeführte Umsätze nicht über € 400.000,00 liegen, können die Umsatzsteuer in Form von Durchschnittssätzen ermitteln – außer sie verzichten darauf. Der anzuwendende Umsatzsteuersatz für Lieferungen und Leistungen beträgt:

  • beim Verkauf an Nichtunternehmer: 10 %
  • beim Verkauf an Unternehmer für dessen Unternehmen: 12 %.

Wird die Grenze in zwei aufeinander folgenden Jahren überschritten, ist die Umsatzsteuer nach den allgemein gültigen Regeln zu berechnen. Zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zählen:

  • die Erlöse aus dem Verkauf von land- und forstwirtschaftlichen Produkten, z.B. Obstbau, Tierhaltung, Ackerwirtschaft
  • Umsätze aus Hilfsgeschäften
  • Erlöse aus landwirtschaftlichen Nebentätigkeiten und -betrieben
  • Eigenverbrauch
  • Veräußerung und Entnahme eines Betriebes

Wenn die Umsatzsteuer nach Durchschnittssätzen ermittelt wird, werden die Vorsteuerbeträge in derselben Höhe festgesetzt. Dadurch entsteht weder eine Zahllast noch ein Vorsteuerüberschuss. Es muss daher keine Umsatzsteuerjahreserklärung abgegeben werden. Werden Getränke verkauft, wie z.B. selbst gebrannter Schnaps, Fruchtsäfte, zugekaufter Wein, Sturm, Ausschank, dann muss eine zusätzliche Steuer eingehoben werden. Dieser beträgt

  • 10 % beim Verkauf an Private und
  • 8 % beim Verkauf an einen Unternehmer für dessen Unternehmen.

In diesen Fällen muss sowohl eine Aufzeichnung über den Getränkeumsatz geführt als auch eine Umsatzsteuervoranmeldung und eine Jahressteuererklärung abgegeben werden.

Stand: 26. September 2014

e135751
2014-09-26
Land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeiten
Grundsätzlich folgt die Definition einer Nebentätigkeit in der Sozialversicherung dem Gewerberecht.

Grundsätzlich folgt die Definition einer Nebentätigkeit in der Sozialversicherung dem Gewerberecht. Die Voraussetzungen einer Nebentätigkeit in der Sozialversicherung sind:

  • Eine Pflichtversicherung in der Sozialversicherung der Bauern muss gegeben sein.
  • Der Charakter des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes muss erhalten bleiben.
  • Die Nebentätigkeit muss ein Naheverhältnis zum land- und forstwirtschaftlichen Betrieb haben.

Der Sozialversicherungsanstalt der Bauern sind die jährlichen Bruttoeinnahmen bis spätestens 30.4. des jeweiligen Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres zu melden.

Nebentätigkeiten, für die ein Freibetrag von € 3.700,00 besteht

Bei der Be- und Verarbeitung, beim Mostbuschenschank und Almausschankbetrieb muss nur dann ein zusätzlicher Beitrag gezahlt werden, wenn die Einnahmen (inkl. USt) aus diesen Tätigkeiten mehr als € 3.700,00 betragen. Alle Einnahmen aus diesen Tätigkeiten sind zusammenzurechnen. Bei Einnahmen aus „Urlaub am Bauernhof“ kommt zusätzlich ein Freibetrag von € 3.700,00 dazu.

Beispiel: Berechnung der Beitragsgrundlage: Bruttoeinnahmen Be- und Verarbeitung minus Freibetrag minus Ausgabenpauschale; Bruttoeinnahmen Urlaub am Bauernhof minus Freibetrag minus Ausgabenpauschale. Dann erst werden beide Beitragsgrundlagen addiert.

Nebentätigkeiten, für die kein Freibetrag besteht

Ein zusätzlicher Beitrag ist immer zu entrichten bei:

  • Fuhrwerksdienste oder Dienstleistungen mit oder ohne Betriebsmittel für andere land- und forstwirtschaftliche Betriebe Ausnahme: reine Maschinenvermietung zu ÖKL-Sätzen
  • Kommunaldienstleistungen
  • Vermietung von land- und forstwirtschaftlichen Betriebsmitteln

Stand: 26. September 2014

e135752
2014-09-26
Was ist bei Photovoltaikanlagen zu beachten?
Die Besteuerung von Photovoltaik-Anlagen hängt davon ab, wieviel Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Die Besteuerung von Photovoltaik-Anlagen hängt davon ab, wieviel Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Unterschieden wird in:

  • Volleinspeiser: Die gesamte, produzierte Energie gelangt in das Ortsnetz.
  • Überschusseinspeiser: Mit der produzierten Energie wird zuerst der Eigenbedarf gedeckt. Der Rest, der noch übrig bleibt, wird an einen Energieversorger verkauft.
  • Inselbetrieb: In diesem Fall wird der Strom ausschließlich für den Eigenbedarf verwendet.

Volleinspeiser

In diesem Fall stellt die Photovoltaikanlage aus steuerlicher Sicht einen eigenen Gewerbebetrieb dar – trotz des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.

Einkommensteuer: Alle Einnahmen sind als Betriebseinnahmen und alle Aufwendungen als Betriebsausgaben zu erfassen.

Umsatzsteuer: Sämtliche Stromlieferungen an das Energieversorgungsunternehmen sind steuerbar und in der Regel steuerpflichtig.

Überschusseinspeiser

Einkommensteuer: Wenn die erzeugte Energie überwiegend im eigenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb verwendet wird, liegt hinsichtlich der veräußerten Energie ein Nebenbetrieb vor.

Berechnung: Strommenge für land-und forstwirtschaftliche Zwecke minus Strommenge für private und/oder eigene andere betriebliche Zwecke.

Überwiegend Land- und Forstwirtschaft: Die Überschusseinspeisung ist ein land- und forstwirtschaftlicher Nebenbetrieb.

Überwiegend andere Zwecke: Gewerbliche Tätigkeit oder steuerlich unbeachtliche private Tätigkeit.

Umsatzsteuer: In der Umsatzsteuer gelten die gleichen Kriterien für die Zuordnung der Einkünfte wie in der Einkommensteuer. Wird die gesamte Anlage den land- und forstwirtschaftlichen Einkünften zugeordnet, sind die Vorsteuerbeträge abpauschaliert.

Die Einkünfte aus der Überschusseinspeisung unterliegen dem Steuersatz von 12 %.

Wenn kein Nebenbetrieb vorliegt, müssen die Vorsteuern aufgeteilt werden. Die Einkünfte aus der Überschusseinspeisung sind steuerbar und steuerpflichtig mit dem Normalsteuersatz von 20 %. Die Menge, die für den Privatverbrauch entnommen wird, ist als Eigenverbrauch zu besteuern.

Inselbetrieb

Bei dieser Variante wird kein Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Je nach Verwendung des Stroms sind die Einkünfte entweder der Privatsphäre zuzuordnen oder dem Betrieb, wenn der Strom für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb produziert wird.

Stand: 26. September 2014

e135753
2014-09-30
Die Milchquotenregelung läuft aus
Am 31.3.2015 läuft die EU-Milchquotenregelung aus.

Am 31.3.2015 läuft die EU-Milchquotenregelung aus. Ab April 2015 ist die Höhe der Milchproduktion nicht mehr gesetzlich stufenweise reglementiert. Auch die derzeitige Regelung zur Mutterkuhprämie wird ab 2015 geändert. Die gekoppelten Rinderprämien entfallen und die Betriebsprämie wird auf eine einheitliche österreichweit gültige Prämie je Hektar umgeändert.

Quotenregelung

Die Milchquoten wurden am 1. Juli 1978 in Österreich eingeführt, um die Milchpreise stabil zu halten und ein Überangebot am Markt zu vermeiden. Liefert ein Landwirt mehr Milch als er laut seiner Quote liefern darf, muss für die überhöhte Menge eine Überschussabgabe bezahlt werden. Allerdings ist es möglich, die Kontingente zu erweitern z.B. durch Zukauf von Kontingenten, Zupachtung oder zeitweiliges Leasing.

Perspektiven für Milchbauern

Milchbauern sollten darüber nachdenken, wie es für sie weitergehen wird. Aus heutiger Sicht wird das Abschaffen der Quoten einige Veränderungen mit sich bringen. Einerseits können Betriebe nun beliebig viel Milch verkaufen und so auch die Produktion und ihren Umsatz steigern. Andererseits kann durch mögliche größere Milchmengen bei eventuell gleichen oder geringeren Absatzmöglichkeiten Druck auf die Preise entstehen.

Um ohne Quote langfristig am Markt bestehen zu können, ist es wichtig, sich auf die neue Situation am Milchmarkt einzustellen. Neue Wege, um einen Wachstum des Betriebs zu erreichen, sind z.B. eine neue innovative Strategie, Kooperation mit anderen Milchproduzenten, Produktdifferenzierung (neue Varianten bisher verkaufter Produkte) oder Umstellung der Produktion auf spezielle Nischenprodukte.

Stand: 30. September 2014

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